Niedriger Donau-Pegelstand: Ungarn will einziges Atomkraftwerk abschalten
Wegen niedriger Pegelstände der Donau schaltet Ungarn in der kommenden Woche sein einziges Atomkraftwerk ab. "Nach aktuellen Berechnungen (...) könnte das am Dienstag oder Mittwoch geschehen", sagte Ministerpräsident Peter Magyar am Freitag bei einer Pressekonferenz in dem Kernkraftwerk in Paks, das rund 130 Kilometer südlich der Hauptstadt Budapest liegt. Das Kraftwerk hatte seine Leistung zuletzt bereits gedrosselt.
Der Betreiber der Anlage, deren vier Reaktoren sowjetischer Bauart sind und mit Donauwasser gekühlt werden, hatte die Abschaltung "unvermeidlich" genannt. Es deckt übers Jahr gerechnet 40 Prozent des ungarischen Strombedarfs.
Regierungschef Magyar rief die Industrie auf, ihren Stromverbrauch einzuschränken, um eine Energiekrise zu vermeiden. Außerdem soll die Beleuchtung öffentlicher Gebäude eingestellt werden, um Strom zu sparen.
Wegen hoher Temperaturen und ausbleibenden Regens sind die Pegelstände der Donau mancherorts auf ein Rekordtief gesunken. Rumänien hat deshalb bereits einen der Reaktoren des Atomkraftwerks Cernavoda an der Donau heruntergefahren und die Abschaltung des zweiten angekündigt. Auch in Frankreich wurden in dieser Woche Reaktoren wegen der hohen Temperaturen abgeschaltet.
Der Wetterdienst Hungaromet sagt Ungarn in den kommenden sechs Tagen eine Hitzeperiode mit Temperaturen von bis zu 41 Grad Celsius voraus.
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