Deutschland

Zahl der Abschiebungen im ersten Halbjahr sinkt im Jahresvergleich

Published on juillet 31, 2026 at 16:18

In der ersten Hälfte des laufenden Jahres sind weniger Migranten in ihre Heimatländer abgeschoben worden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. — John MACDOUGALL / AFP
In der ersten Hälfte des laufenden Jahres sind weniger Migranten in ihre Heimatländer abgeschoben worden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. — John MACDOUGALL / AFP

In der ersten Hälfte des Jahres sind weniger Migranten in ihre Heimatländer abgeschoben worden als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. In einer Antwort auf eine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Leif-Erik Holm gab das Bundesinnenministerium die Zahl der Abschiebungen bis Ende Juni mit insgesamt 9663 an - im ersten Halbjahr 2025 waren es noch 11.807 gewesen. 

In den vergangenen Jahren war die Zahl der Abschiebungen gestiegen. 2025 wurden laut Innenministerium knapp 22.800 Menschen abgeschoben - ein Höchststand. 2024 waren es knapp 20.100 Menschen, im Jahr davor rund 16.400, und 2022 knapp 13.000 Menschen.

Die Koalitionsparteien CDU, SPD und CSU hatten in ihrem Koalitionsvertrag als Ziel vereinbart, die Zahl der Abschiebungen zu steigern. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) misst dem Thema große Bedeutung zu.

Der AfD-Abgeordnete Holm wertete das Sinken der Zahlen im ersten Halbjahr als "Desaster" für die Migrationspolitik. "Die immer wieder versprochenen Abschiebeoffensiven sind reine Rohrkrepierer, und die Sicherheitslage verschärft sich immer weiter", sagte er AFP.

Das Bundesinnenministerium sieht keinen Rückgang der Zahlen, bezieht sich dabei aber sowohl auf Abschiebungen als auch geförderte Ausreisen. Ein Sprecher verwies auf AFP-Anfrage darauf, dass im ersten Halbjahr 2026 18.939 Menschen aus Deutschland "rückgeführt" worden seien - sowohl mittels erzwungener Ausreise, also Abschiebung, als auch geförderter Ausreise. Im Vorjahreszeitraum waren es demnach 19.170 Menschen. "Die Zahl der rückgeführten Personen im ersten Halbjahr 2026 ist somit auf gleichem Niveau wie im ersten Halbjahr 2025."

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