"Schrecklich": Kostjuk kritisiert russische Rückkehr scharf
Die ukrainische Tennisspielerin Marta Kostjuk hat die Wiederzulassung Russlands durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) scharf kritisiert. "Das ist schrecklich. Ich finde, das ist sehr, sehr weit entfernt von Fairplay für alle hier beteiligten Länder, nicht nur für die Ukraine", sagte Kostjuk: "Ich will einfach nur rausgehen und hoffentlich jede einzelne Russin schlagen, gegen die ich bei den Olympischen Spielen spiele. Das war's."
Am Dienstag hatte das IOC nach einer Sitzung der Exekutive bekannt gegeben, dass die Sanktionen gegen das Nationale Olympische Komitee Russlands (ROC) vorläufig aufgehoben und die Empfehlungen an die Fachverbände damit hinfällig sind. Unter der eigenen Flagge und Hymne dürfen russische Sportler und Teams zumindest bei Olympischen Spielen vorerst aber nicht starten.
"Ich bin zu 100 Prozent nicht mit dieser Entscheidung einverstanden. Aber ich habe das Gefühl, dass sich viele Menschen zu diesem Thema geäußert haben. Sie sind offensichtlich auch nicht damit einverstanden", sagte Kostjuk nach ihrem erstmaligen Einzug in das Halbfinale von Wimbledon: "Ich glaube nicht, dass sich daran etwas ändern wird."
Die Ukrainerin nutzt immer wieder die Tennisbühne, um auf die Auswirkungen des russischen Angriffskrieges auf ihre Heimat hinzuweisen. "Am Montag haben sie vier Straßen mit Wohnhäusern zerstört. Das war etwa fünf Kilometer von dem Ort entfernt, an dem meine Eltern wohnen", sagte Kostjuk: "Wieder eine schwere Nacht und viele Tote, unschuldige Menschen, Kinder. Es ist nicht leicht. Ich versuche, über alles, was gerade passiert, auf dem Laufenden zu bleiben."
Sie sei sich "sicher", dass die ukrainischen Spielerinnen ihre Bedenken gegenüber dem Tennis-Weltverband (ITF) äußern würden. Vor ihrem Halbfinale am Donnerstag gegen die Tschechin Linda Noskova werde sie das aber "auf keinen Fall tun". Vielleicht könne sie während der Hartplatzsaison in den USA "oder wo auch immer mehr darüber sprechen, wann immer ich Zeit habe, mit dem Team, den Mädchen und auch der Regierung zu reden, um zu sehen, was wir dagegen unternehmen werden".
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