Wirtschaft

"Durchbruch": Tarifabschluss im Einzelhandel in NRW erzielt

Published on août 27, 2026 at 09:54

Nach monatelangen "komplizierten und schwierigen" Verhandlungen haben sich Arbeitgeber und die Dienstleistunggewerkschaft Verdi in Nordrhein-Westfalen auf einen ersten Tarifabschluss im Einzelhandel geeinigt. — Ina FASSBENDER / AFP
Nach monatelangen "komplizierten und schwierigen" Verhandlungen haben sich Arbeitgeber und die Dienstleistunggewerkschaft Verdi in Nordrhein-Westfalen auf einen ersten Tarifabschluss im Einzelhandel geeinigt. — Ina FASSBENDER / AFP

Nach monatelangen "komplizierten und schwierigen" Verhandlungen haben sich Arbeitgeber und die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi in Nordrhein-Westfalen auf einen ersten Tarifabschluss im Einzelhandel geeinigt. Das teilten beide Seiten am späten Mittwochabend mit. Der Handelsverband Deutschland (HDE) sprach von einem "Durchbruch". Es werde erwartet, dass dieser Abschluss Signalwirkung für die übrigen Tarifgebiete im Einzelhandel haben werde.

Den Angaben zufolge sollen die Gehälter und Löhne der rund 700.000 Beschäftigten im Einzelhandel in NRW rückwirkend ab dem 1. August um 3,0 Prozent steigen, ab dem 1. Mai 2027 um weitere 2,0 Prozent. Vereinbart worden sei eine Laufzeit des Tarifvertrags von 25 Monaten.

Die Verdi-Verhandlungsführerin für den Einzelhandel in NRW, Henrike Eickholdt, erklärte, der Abschluss bringe "spürbare Entgeltsteigerungen"; dies sei möglich gewesen, weil die Beschäftigten mit ihren Warnstreiks deutlich gemacht hätten, dass sie für ihre Forderungen kämpfen.

Die Tarifrunde für rund 5,2 Millionen Beschäftige im Einzelhandel, im Versand-, Groß- und Außenhandel hatte im April begonnen. Im Einzelhandel werden dabei Löhne und Gehälter in 16 Tarifbereichen verhandelt. Verdi forderte eine Erhöhung um 7,0 Prozent, mindestens aber 222 bis 225 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Mehrfach waren Beschäftigte dafür in den Warnstreik getreten. Die Einigung in Nordrhein-Westfalen wurde in der fünften Verhandlungsrunde erzielt.

HDE-Tarifgeschäftsführer Steven Haarke nannte den Tarifabschluss einen "schmerzhaften Kompromiss", der viele Unternehmen im Einzelhandel an die "absolute Grenze des wirtschaftlich noch Verkraftbaren" bringe. Der Abschluss schaffe aber "Planungssicherheit und Orientierung".

"Arbeitgeber und Gewerkschaft im Einzelhandel senden damit in NRW in sehr schwierigen Zeiten ein wichtiges Zeichen", betonte Haarke. Tarifpartnerschaft und Kompromissfähigkeit seien aktuell "vielleicht wichtiger denn je".

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