Blatter schlägt Klaveness als FIFA-Präsidentin vor
Der frühere FIFA-Präsident Sepp Blatter sieht die Norwegerin Lise Klaveness als geeignete Nachfolgerin des in die Kritik geratenen Gianni Infantino. "Lise Klaveness verdient höchsten Respekt", schrieb der 90-Jährige bei X: "Sie war die Einzige, die stets klar Stellung bezog und sich nicht dem Mainstream anpasste. Und bei der FIFA ist die Zeit reif dafür, dass eine Frau die Führung übernimmt." Eine Frau an der Spitze des Weltverbandes wäre eine Premiere, bislang hatten nur Männer das Präsidentenamt inne.
Die frühere Nationalspielerin Klaveness führt seit 2022 den norwegischen Verband (NFF) als Präsidentin und zeigte international bereits mehrfach klare Kante. Kurz nach ihrem Amtsantritt hielt sie beispielsweise auf dem FIFA-Kongress in Doha eine flammende Rede, in dem sie den Weltverband für die WM-Vergabe an Katar kritisierte. Auch nach der fragwürdigen Verleihung des Friedenspreises der FIFA an Donald Trump erhob sie ihre Stimme und schloss sich mit ihrem Verband einer Beschwerde der Menschenrechtsorganisation FairSquare an.
FIFA-Boss Infantino hatte zuletzt versucht, Anteile an der Fußball-WM und an anderen Turnieren an Investoren zu verkaufen. Nach heftigem Widerstand gab er das weitgehend im Alleingang gestartete Vorhaben auf. Mittlerweile haben zahlreiche europäische Verbände ihre Unterstützung für seine Wiederwahl zurückgezogen. Der Schweizer will sich eigentlich am 18. März kommenden Jahres in Rabat (Marokko) für eine dritte und letzte Amtszeit von vier Jahren als FIFA-Chef wählen lassen.
Öffentlich werden bereits mögliche Nachfolger wie UEFA-Präsident Aleksander Ceferin, CONCACAF-Boss Victor Montagliani oder nun eben Klaveness diskutiert. Blatter selbst war nach Bekanntwerden eines Korruptionsskandals 2015 als FIFA-Präsident zurückgetreten, Infantino wurde ein Jahr später als Nachfolger gewählt.
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