Waldbrände in Kanada: Toronto derzeit mit schlechtester Luftqualität weltweit
Schwere Waldbrände in der kanadischen Provinz Ontario haben dazu geführt, dass die Metropole Toronto derzeit die Stadt mit der schlechtesten Luftqualität weltweit ist. Die Behörden der Millionenstadt riefen ihre Bewohner am Mittwoch auf, nach Möglichkeit in ihren Wohnungen zu bleiben. Laut dem Schweizer Luftanalyse-Unternehmen IQAir ist die Luft in der größten kanadischen Stadt im Augenblick noch schlechter als die im kongolesischen Kinshasa oder der Stadt Medan in Indonesien.
Im Nordwesten von Ontario wüten derzeit mehrere Waldbrände. Winde trugen den Rauch der Feuer am Dienstagabend hunderte Kilometer weit bis in die Provinzhauptstadt Toronto. Am Mittwochmorgen wachten die Bewohner unter einem gelb gefärbten Himmel auf. Vorhersagen zufolge sollen sich die Verhältnisse bis zum Freitagmorgen nicht ändern.
"Die Gesundheit aller ist in Gefahr", teilte der Wetterdienst mit. "Begrenzen Sie Ihre Zeit im Freien. Sagen Sie sportliche Aktivitäten ab." Auch sonstige Veranstaltungen im Freien sollten überdacht werden, hieß es weiter. In der weiter östlich gelegenen Großstadt Montréal in der Provinz Québec waren am Dienstag ähnliche Luftverhältnisse aufgetreten, jedoch von geringerer Intensität.
In den vergangenen Tagen hat sich die Waldbrandsituation in Kanada verschärft. Dies fiel mit einer Hitzewelle zusammen, die sich vom Westen der USA bis an die Ostküste und nach Kanada ausdehnte. Jüngsten offiziellen Zahlen zufolge haben Waldbrände in diesem Jahr indes geringere Schäden in Kanada angerichtet als 2025 oder in dem Rekordjahr 2023. Dennoch sind bislang etwa 1,9 Millionen Hektar in Flammen aufgegangen, das entspricht fast der Fläche von Sachsen-Anhalt. Am Mittwoch brannten landesweit 838 Feuer, von denen 189 außer Kontrolle waren.
paj/se
© Agence France-Presse
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