Aldag kritisiert Evenepoel: "Absolut unnötig"
Die Unstimmigkeiten im Team von Red Bull-Bora-hansgrohe schlugen auch am Tag danach noch hohe Wellen. Rolf Aldag, bis 2025 Sportlicher Leiter beim deutschen Rennstall, übte im Anschluss der siebten Etappe der Tour de France deutliche Kritik an Remco Evenepoel. "Wir sind uns alle einig: Sowas gehört einfach nicht in die Öffentlichkeit. Wenn das seine Meinung ist, geht er zu Florian und bespricht es", sagte Aldag bei Eurosport.
Auch inhaltlich war der 57-Jährige anderer Meinung als der belgische Doppel-Olympiasieger. "Wie kommt der denn auf die Idee zu sagen: Ich will, dass er jetzt für mich anfährt? Kann er ja denken, aber es ist halt die Entscheidung vom Sportlichen Leiter. Da sitzen vier bei der Tour de France, die Taktik machen", führt Aldag aus: "Das finde ich das Schwierige."
Nach der Pyrenäen-Etappe am Donnerstag hatte Evenepoel seinen deutschen Co-Kapitän Lipowitz dafür kritisiert, auf seine Bitte um Unterstützung im Sprint nicht reagiert zu haben: "Ja, ich war wütend, und das zu Recht", sagte Evenepoel im Ziel.
Am Freitag versuchten alle Beteiligten dann die Wogen zu glätten. Sowohl Lipowitz als auch Evenepoel erklärten das Thema für abgehakt. "Das ist bei uns kein Thema mehr. Alle haben sich lieb und wir fokussieren uns auf Racing", sagte auch Teammanager Ralph Denk im mannschaftseigenen Podcast.
Aldag glaubt dennoch, dass Evenepoels Aktion nachwirken könnte. "Was es ausgelöst hat, bei deutschen Fans, bei belgischen Fans ist, dass jetzt sehr kritisch darauf geschaut wird", mutmaßte der Ex-Profi. "Das braucht man ja nicht im Team. Deswegen war es absolut unnötig von Remco." Dennoch, so Aldag, sei die Situation aber "auch nicht so dramatisch und katastrophal wie wir es teilweise interpretieren".
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