Schweinsteiger kritisiert DFB wegen Klopp-Fokus
Rio-Weltmeister Bastian Schweinsteiger hat den Deutschen Fußball-Bund (DFB) für die frühe und deutliche Festlegung auf Jürgen Klopp als Wunschkandidat für den Bundestrainer-Posten kritisiert. "Hat der DFB Alternativen?", fragte Schweinsteiger in seiner Funktion als ARD-Experte vor dem Viertelfinale zwischen Frankreich und Marokko.
Ihm persönliche fehle bei der Suche nach dem Nachfolger von Julian Nagelsmann "ein bisschen die Souveränität" beim Verband, so der 41-Jährige. Vom "Fußballfachwissen" her sieht Schweinsteiger etwa auch "Lothar (Matthäus; d.Red.) und Matthias Sammer ganz weit vorne".
Beispielhaft bezeichnete Schweinsteiger den geplanten Flug von DFB-Präsident Bernd Neuendorf und Liga-Boss Hans-Joachim Watzke in die USA zu Klopp, der während der WM als Experte bei MagentaTV arbeitet, als "ein bisschen hektisch". Man müsse "schon aufpassen, dass man auch einen Gegenpol hat".
Auch von Klopp (59), der bei Borussia Dortmund und dem FC Liverpool zahlreiche Titel gewann, könne man "kein Hexenwerk" erwarten. "Wir liegen am Boden", hielt Schweinsteiger fest: "Jürgen Klopp ist für mich das Pflaster, wenn er die Wunde heilt. Aber ob die komplett heilt, das weiß ich nicht, da müssen wir schon auch in den nächsten Jahren mit der Spielergeneration viel arbeiten."
Dem DFB riet der frühere Nationalmannschaftskapitän, "ein bisschen tiefer zu stapeln". Er wäre zwar froh, "wenn wir wieder eine Nationalmannschaft hätten, wo die anderen Nationen sagen: Oh, die Deutschen, sie sind gut, wir haben Respekt vor ihnen, wir haben Angst vor ihnen. Das haben wir aber nicht." Ziel müsse es zunächst sein, "mal ein Viertelfinale bei einer Weltmeisterschaft zu erreichen, das wäre schon wieder gut". Bei den vergangenen drei Weltturnieren verpasste die deutsche Mannschaft die Runde der besten acht jeweils deutlich.
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