"War wütend": Evenepoel schießt gegen Lipowitz
Erste Risse im Mannschaftsgefüge bei Red Bull-Bora-hansgrohe? Radstar Remco Evenepoel hat im Anschluss an die sechste Etappe der Tour de France deutliche Kritik an seinem Teamkollegen Florian Lipowitz geäußert. "Ja, ich war wütend, und das zu Recht", sagte Evenepoel im Ziel in Gavarnie-Gèdre dem belgischen Portal Sporza.
Die beiden Red-Bull-Fahrer hatten den Zielort am Donnerstag gemeinsam mit einer mehrköpfigen Gruppe erreicht. Evenepoel hätte sich im Zielsprint dabei mehr Unterstützung von Lipowitz erhofft. "Ich hatte um einen Lead-out gebeten und ihn nicht bekommen", sagte er. "Bei der Katalonien-Rundfahrt bin ich 30 Kilometer lang für ihn an der Spitze gefahren. Ich bat ihn darum, einen Kilometer lang die Führungsarbeit zu übernehmen, aber das ging nicht. Das hat mich wütend gemacht und muss heute Abend gründlich besprochen werden."
In der Tat hatte sich Evenepoel bei der Katalonien-Rundfahrt im März in den Dienst von Lipowitz gestellt und diesem geholfen, seinen dritten Gesamtrang zu verteidigen. Die nun geäußerte öffentliche Kritik an seinem Teamkollegen dürfte dennoch nicht im Sinne des deutschen Rennstalls gewesen sein. Lipowitz hingegen hatte nach Etappenende in der ARD positive Worte über die Zusammenarbeit verloren. "Die Team-Performance war heute top", sagte er nach dem Pyrenäen-Showdown, bei dem Tadej Pogacar zurück ins Gelbe Trikot gestürmt war.
Schon während des Rennens war zu sehen gewesen, wie Evenepoel immer wieder auch mit Konkurrenten in der Verfolgergruppe gesprochen und vehement versucht hatte, diese zur Mitarbeit in der Führung zu bewegen. Auch mit dem französischen Toptalent Paul Seixas (19) sprach der Belgier. Der Doppel-Olympiasieger, den Red Bull vor der Saison teuer verpflichtet hatte, und der letztjährige Tour-Dritte Lipowitz teilen sich nach Team-Angaben zumindest in der Anfangsphase der Rundfahrt die Kapitänsrolle.
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