"Kein Problem": Courtois verteidigt Lammens - und plant Pause
Der eingewechselte Unglücksrabe Senne Lammens schlich mit hängendem Kopf über den Rasen in Los Angeles. Der verletzt ausgewechselte Stammtorhüter Thibaut Courtois versuchte seinem Ersatzmann Trost zu spenden. "Er ist ein fantastischer Torhüter mit einer vielversprechenden Zukunft. Dieser Moment wird ihn stärker machen. Kein Problem", sagte Courtois nach dem bitteren 1:2 (1:1) im WM-Viertelfinale gegen Spanien. Sein Stellvertreter hatte zuvor folgenschwer gepatzt.
Lammens ließ einen Abschluss von Pau Cubarsí nach vorne abprallen, Mikel Merino staubte zum Siegtreffer ab (88.). Der Torhüter von Manchester United "verschätzte sich völlig", schrieb das belgische Portal Sporza: "Armer, armer, armer Senne Lammens – das wünscht man wirklich niemandem, wenn die Augen der ganzen Welt auf einen gerichtet sind."
Trainer Rudi Garcia haderte mit der Personalnot. Regisseur Youri Tielemans verletzte sich beim Aufwärmen, Courtois wurde in der 71. Minute ausgewechselt. "Das war natürlich schlecht für uns. Das hat uns nicht unbedingt geholfen", sagte Garcia, der ein Spiel "auf Augenhöhe" gesehen hatte: "Manchmal zählen die Details und es hat heute einfach nicht gereicht. Wir wussten, dass wir uns nicht allzu viele Fehler erlauben könnten. Leider haben wir dann einen Fehler zu viel gemacht. Wir haben das Gegentor kassiert."
Courtois hatte das Spielfeld unter Tränen verlassen. "Ich habe starke Schmerzen im Quadrizeps gespürt. Aber ich hatte kein Problem, im Tor zu bleiben, nur bei langen Pässen", erklärte er: "Am Ende hat der Trainer beschlossen, mich rauszunehmen, weil er nur Spieler auf dem Platz haben wollte, die bei 100 Prozent sind. Das ist kein Problem, denn das Team geht über alles."
Auch wegen der Verletzung überlegt Courtois nun, eine Pause seiner Nationalmannschaftskarriere einzulegen. "Es wäre vielleicht gut, bei der Nations League ein Jahr auszusetzen. Um in diesem dichten Terminkalender vielleicht wieder etwas zur Ruhe zu kommen. Und dann für die Qualifikationsspiele und womöglich die Europameisterschaft zurückzukehren. Aber: Letztendlich liegt die Entscheidung beim Trainer und beim Verband." Garcia gab an, darüber noch nicht informiert worden zu sein.
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