US-Regierung legt Bau von Grenzschutzanlage in Nationalpark in Texas auf Eis
Nach Kritik von Behördenvertretern, Initiativen und Bewohnern hat die Regierung von US-Präsident Donald Trump die milliardenschweren Arbeiten an einem umstrittenen Grenzschutzprojekt im Bundesstaat Texas gestoppt. Alle Aktivitäten im Big-Bend-Nationalpark seien auf Eis gelegt, "bis ich dorthin reise und mir vor Ort ein Bild mache", sagte der Leiter der US-Grenzschutzbehörde CBP, Rodney Scott, in einem im Video, das am Montag im Onlinedienst X veröffentlicht wurde.
Er werde mit Vertretern von Initiativen vor Ort sprechen, sagte Scott. Für die kommenden Tage kündigte er weitere Informationen an.
Das Heimatschutzministerium plant unter anderem den Bau von Fahrzeugbarrieren, Straßen für Patrouillen sowie Beleuchtungsanlagen im Big-Bend-Nationalpark. Dieser ist für seine spektakulären Ausblicke und seine Artenvielfalt bekannt. In dem Schutzgebiet leben hunderte Vogelarten, Luchse und Schwarzbären.
Anfang dieses Monates hatten erste Bauarbeiten mit schweren Maschinen begonnen. Den Plänen zufolge soll eine Straße unter anderem durch zerklüftetes Gelände führen. Kritikern zufolge wären für den Bau umfangreiche Sprengungen erforderlich.
Das Gesamtprojekt ist auf 1,7 Milliarden Dollar (knapp 1,5 Milliarden Euro) angesetzt. Es ist Teil des Vorhabens der US-Regierung, die Sperranlage an der Grenze zu Mexiko zu erweitern. Die Arbeiten wurden ohne Ausschreibung vergeben. Die Regierung setzte für das Vorhaben zahlreiche Umweltschutzgesetze aus.
Widerstand kam unter anderem von Vertretern der texanischen Grenzschutzbehörden. In einem offenen Brief erklärten sie, der Grenzschutz sei zwar wichtig, es seien aber "pragmatischere Lösungen" nötig. Bewohner vor Ort kritisierten unter anderem auch, dass die Bauarbeiten ohne Ausschreibung vergeben wurden.
Die gemeinnützige Organisation Center for Biological Diversity reichte Klage gegen die US-Regierung ein, um das Projekt zu stoppen. Sie betrachtet die erteilten Ausnahmegenehmigungen als verfassungswidrig.
Laut CBP-Daten wurden im Gebiet des Big-Bend-Nationalparks im Vergleich zu anderen US-Grenzregionen zuletzt verhältnismäßig wenige Menschen bei einem illegalen Grenzübertritt festgenommen. Laut Kritikern des Bauvorhabens ist ein Grenzübertritt in der Gegend wegen des unwegsamen Geländes äußerst schwierig.
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