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Ungarns Regierungschef will Schach-Großmeisterin Polgar als Präsidentin vorschlagen

Published on Julho 20, 2026 at 12:54

Ungarns Regierungschef Peter Magyar will die Schach-Großmeisterin Judit Polgar als Präsidentin vorschlagen. Polgar gilt als die größte Schachspielerin aller Zeiten. — PETER KOHALMI / AFP
Ungarns Regierungschef Peter Magyar will die Schach-Großmeisterin Judit Polgar als Präsidentin vorschlagen. Polgar gilt als die größte Schachspielerin aller Zeiten. — PETER KOHALMI / AFP

Ungarns Regierungschef will Schach-Großmeisterin Polgar als Präsidentin vorschlagen Ungarns Regierungschef Peter Magyar will die Schach-Großmeisterin Judit Polgar als Staatschefin vorschlagen. "Unser Land braucht Einheit, Frieden und einen Präsidenten, auf den alle Ungarn stolz sein können", erklärte Magyar im Onlinedienst Facebook. Er wollte Polgar am Montag treffen und sie um die Übernahme des Amtes bitten. Der bisherige Präsident Tamas Sulyok, ein Vertrauter von Ex-Regierungschef Viktor Orban, hatte aufgrund einer Verfassungsänderung sein Amt verloren. Magyar kündigte an, er wolle Polgar bei dem Treffen fragen, ob sie bereit sei, das Amt des Staatsoberhaupts bis zur Verabschiedung einer neuen Verfassung auszuüben. Die 49-Jährige gilt als die größte Schachspielerin aller Zeiten. Sie war rund ein Vierteljahrhundert lang die Nummer eins der Frauen im Schach und ist bis heute die einzige Frau, die es unter die besten Zehn aller Kategorien weltweit geschafft hat. Polgar errang aufsehenerregende Siege gegen männliche Weltmeister wie 2002 gegen den Russen Garri Kasparow. Immer wieder schilderte sie sexistische Vorurteile in der Schachwelt, gegen die sie sich durchsetzen musste. 2014 zog sie sich aus dem Schach-Wettkampfsport zurück. Polgar hat kaum Verbindungen zu Parteien und genießt in Ungarn große Bekanntheit. Für das Präsidentenamt war ihr Name in einem offenen Brief vorgeschlagen worden, der von verschiedenen ungarischen Persönlichkeiten unterzeichnet worden war - darunter dem Erfinder des Zauberwürfels, Erno Rubik. Polgar äußerte sich nicht öffentlich zu dem Vorschlag. Das ungarische Parlament hatte in der vergangenen Woche eine Verfassungsänderung zur Absetzung von Präsident Sulyok verabschiedet. Sulyok kritisierte die Verfassungsänderung am Samstag zwar, sagte jedoch, er habe keine Möglichkeit, dagegen vorzugehen. Sein letzter Tag als Staatsoberhaupt war am Sonntag. Parlamentspräsidentin Agnes Forsthoffer übernimmt das Amt vorübergehend, bis das Parlament innerhalb von 30 Tagen einen neuen Präsidenten wählt. Magyars Tisza-Partei hatte bei der Parlamentswahl im April eine Zweidrittelmehrheit errungen und damit den seit 2010 regierenden Rechtsnationalisten Orban von der Macht verdrängt. Mit dieser Mehrheit kann Magyar Verfassungsänderungen durchsetzen. Magyar wirft Sulyok verschiedene Vergehen im Zusammenhang mit der Amtsführung Orbans vor. Der Ministerpräsident bezeichnete Sulyok und andere hohe Staatsvertreter als "Marionetten" seines Vorgängers. Zuletzt mehrte sich jedoch die Kritik, die Absetzung Sulyoks könne einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen. Orbans Fidesz-Partei wies den Vorschlag zurück, Polgar zur Präsidentin zu machen. Personalfragen seien wenig bedeutend, sagte ein Parteisprecher. Der Direktor der Denkfabrik Political Capital mit Sitz in Budapest, Peter Kreko, bezeichnete Polgar gegenüber der Nachrichtenagentur AFP als "ungewöhnliche Wahl", weil alle bisherigen ungarischen Präsidenten über politische Erfahrung verfügt hätten. Polgar habe sich aber selbstbewusst auf der internationalen Bühne etabliert und in den vergangenen Jahrzehnten dutzende Staatenlenker getroffen, um für Schach, Talentförderung und Bildung zu werben. "Sie könnte eine besonders nützliche diplomatische Rolle spielen in einer Zeit, in der der Wandel in Ungarn großes internationales Interesse auf sich zieht", sagte Kreko.

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