Steinmeier: Flutkatastrophe von 2021 war "unmissverständliche" Warnung
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat der Opfer der Flut vor fünf Jahren gedacht und sieht die Katastrophe auch als Mahnung zum Handeln. "Die Flut von 2021 war eine Warnung, eine unmissverständliche", sagte Steinmeier am Dienstag bei einer Gedenkstunde im nordrhein-westfälischen Landtag in Düsseldorf. In Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz hatte extremer Starkregen im Juli 2021 verheerende Überschwemmungen ausgelöst, 184 Menschen starben.
"Wir schulden den Menschen, die in jener Nacht alles verloren haben, den ernsthaften, konsequenten Willen, dafür zu sorgen, dass wir auf solche Katastrophen besser vorbereitet sind und dass wir das uns Mögliche tun gegen den fortschreitenden Klimawandel", fuhr Steinmeier fort. Der Klimaschutz dürfe im Industrieland Deutschland nicht aus den Augen verloren werden.
Deutschland müsse sich "besser schützen – mit Warnsystemen, die jeden erreichen, mit einem Hochwasserschutz, der auf diese Verhältnisse eingestellt ist, mit Kommunen, die vorbereitet sind", sagte der Bundespräsident. Weder beim Kampf gegen die Ursachen solcher Katastrophen noch beim Bemühen, widerstandsfähiger gegen Hitze, Dürre und Extremwetter zu werden, sei Deutschland bereits "da, wo wir eigentlich sein müssten".
Auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) forderte mehr Anstrengungen für den Klimaschutz. "Das ist die große Lehre auch aus der Hochwasserkatastrophe vor fünf Jahren", sagte Wüst in der Gedenkstunde. Ein reiner Wiederaufbau reiche nicht. "Es muss besser werden als vorher."
Dabei verwies Wüst darauf, dass gerade erst die extreme Hitzewelle insbesondere kranke und alte Menschen stark belastet und Menschenleben gefordert habe. "Diese Wetterextreme sind eine Mahnung", sagte Wüst. Deshalb dürfe im Kampf gegen den Klimawandel nicht nachgelassen werden.
Steinmeier lobte bei dem Gedenken auch die "Solidarität in ungeahntem Ausmaß" der Menschen untereinander nach der Katastrophe. Aus dem ganzen Land seien Menschen gekommen, mit Schaufeln, Eimern, Werkzeug und Kuchen und hätten angepackt, "auch als die Fernsehkameras längst wieder abgezogen waren", sagte er. "In der Stunde der Not sind wir ein starkes,solidarisches Land." Der Präsident dankte zudem den Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei und Rotem Kreuz sowie der Bundeswehr und etlichen Hilfsorganisationen.
Auch Ministerpräsident Wüst dankte den Helfern, die bis an den Rand der Erschöpfung vor fünf Jahren gearbeitet hätten. Aus allen Ecken Deutschlands hätten sich Menschen auf den Weg gemacht, die einfach helfen wollten. Die überwältigende Hilfsbereitschaft habe den Betroffenen gezeigt, dass sie nicht allein sind.
ran/cfm
© Agence France-Presse
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