Mehr als 3300 Erdbebenopfer in Venezuela - Präsidentin: Es wird keine Unruhen geben
Nach dem verheerenden Doppel-Erdbeben in Venezuela hat sich die Zahl der Todesopfer auf mehr als 3300 erhöht. Mindestens 3342 Menschen seien bei dem Unglück am 24. Juni ums Leben gekommen, teilte die venezolanische Regierung am Sonntag mit. Zudem seien mehr als 16.700 Menschen verletzt worden.
Zur Zahl der noch Vermissten machte die Regierung keine Angaben. Die Behörden des südamerikanischen Landes haben es bisher vermieden, sich dazu zu äußern. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen könnte die Zahl der Vermissten aber bei bis zu 50.000 liegen.
Auf einem Friedhof in La Guaira wurden am Sonntag die Leichen von 159 nicht identifizierten Erdbebenopfern beigesetzt, wie Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Sie sahen dort zudem die Gräber von 95 identifizierten Todesopfern in einem anderen Bereich des Friedhofs.
Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez versicherte, dass es infolge der Beben nicht zu Unruhen kommen werde. "Es wird keine Unruhen geben, was wir hier haben, ist tiefe gesellschaftliche Solidarität", sagte Rodríguez am Sonntag bei einer Militärzeremonie anlässlich des Unabhängigkeitstags des Landes.
Viele Venezolaner hatten die langsame Reaktion der Regierung und das späte Eintreffen der Hilfsteams nach den Beben scharf kritisiert. Rodríguez verteidigte die Maßnahmen und erklärte, dass Tausende Beamte und Rettungskräfte entsandt worden seien, um bei der Bergung der Opfer und der Suche nach Überlebenden zu helfen.
Elf Tage nach den Erdbeben beenden die internationalen Rettungsteams ihre Suche nach Überlebenden. Familien versuchen derweil weiterhin, die Leichen ihrer Angehörigen aus den Trümmern zu bergen.
Am 24. Juni hatten kurz hintereinander zwei starke Erdbeben den Norden Venezuelas erschüttert. Am schwersten betroffen war der nördlich der Hauptstadt Caracas gelegene Bundesstaat La Guaira.
kbh
© Agence France-Presse
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