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113. Tour de France: Vorschau auf die 1. und 2. Etappe

Published on Julho 3, 2026 at 10:55

Vorgeschmack: Die Katalonien-Rundfahrt 2026 in Barcelona
Vorgeschmack: Die Katalonien-Rundfahrt 2026 in Barcelona
113. Tour de France: Vorschau auf die 1. und 2. Etappe

1. Etappe (Samstag, 4. Juli 2026): Barcelona - Barcelona (19,6 km/Teamzeitfahren)

Erstmals beginnt die Tour in Barcelona, zum erst zweiten Mal (nach 1971) beginnt sie mit einem Teamzeitfahren - und nach dem neuen, nicht unumstrittenen Modus ist dieses schon durchaus relevant für die Gesamtwertung: Die individuelle Zeit eines jeden Fahrers wird für sich gewertet. Wer auf dem Weg hinauf ins Ziel am Montjuic nicht mithalten kann, kassiert empfindlich Sekunden.

Die ersten rund 16 km bieten klassisches Zeitfahrterrain, weitgehend eben, lange Geradeaus-Passagen, dazwischen mehr als ein Dutzend tückischer 90-Grad-Kurven. Die finalen rund 3500 m haben es dann in sich: Zwei längere Bergauf-Stücke werden die Teams aufsplitten, vor allem die Schlussrampe zum Olympiastadion (800 m mit durchschnittlich sieben Prozent Steigung) verlangt viel spezifische Power.

Die Kulisse für dieses Eröffnungsspektakel könnte kaum prominenter sein: Der Montjuic war das Herzstück der Olympischen Spiele 1992, bei denen sich Spaniens zweitgrößte und meistbesuchte Stadt nachhaltig präsentierte. Der Kurs streift einige der berühmtesten Orte Barcelonas, führt vom Olympia-Hafen vorbei ab der Gaudí-Kathedrale Sagrada Familia und der Placa Espanya zum Schlussanstieg. In Barcelona endet traditionell die Katalonien-Rundfahrt im Frühjahr, zuletzt ging es dabei 2026 über den Montjuic.      

    

2. Etappe (Sonntag, 5. Juli): Tarragona - Barcelona (168,5 km)

Vorbei die Zeiten, in denen beim Grand Départ auch und vor allem die Sprinter ihren großen Auftritt haben: Am Tag nach dem Teamzeitfahren ist die erste Einzeletappe nicht für eine Massenankunft ausgelegt. Die Fahrer werden rund 90 km westlich von Barcelona ausgeladen, um dann zurück in die Metropole zu fahren.

80 km lang geschieht dies an der Küste, zwar weitgehend in ebenem Gelände, aber unter akutem Windeinfluss. Danach bietet die zweite Rennhälfte einen Parcours im Klassikerstil, mit einer Bergwertung der 2. Kategorie und vier Anstiegen der 3. Kategorie. Das Finale wird auf einer Runde in Barcelona ausgefahren, die dreimal absolviert werden muss und an deren Ende wie am Vortag das Ziel auf dem Montjuic liegt.

Die Startstadt Tarragona besitzt Wurzeln, die bis in die Römerzeit zurückgehen, mit ihren 145.000 Einwohnern steht sie allerdings deutlich im Schatten des mehr als zehnmal so großen Barcelonas. Hin und wieder kreuzen sich aber die Wege beider Städte: 2006 stiegen die Fußballer von Gimnastic de Tarragona in die erste Liga auf und spielten erstmals seit 56 Jahren wieder erstklassig. Die Mannschaft mit dem Ex-Schalker Aníbal Matellán startete mit einem 1:0 auf dem Montjuic bei Espanyol Barcelona und verabschiedete sich am letzten Spieltag mit einem 1:5 als Schlusslicht aus La Liga - heute ist "Nastic" Drittligist.

Bei den Olympischen Spielen 1992 von Barcelona fanden die Straßenrad-Wettbewerb übrigens nicht auf dem Montjuic, sondern weit außerhalb der Stadt in Sant Sadurní statt. Olympiasieger im Straßenrennen wurde der Italiener Fabio Casartelli, der drei Jahre später nach einem schrecklichen Sturz bei der Tour de France starb.

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