CO2-Emissionen von Google und Amazon steigen stark - Klimaziele rücken in die Ferne
Die CO2-Emissionen der US-Techkonzerne Google und Amazon steigen stark und ihre Klimaziele rücken in weite Ferne. Beide Unternehmen veröffentlichten in dieser Woche neue Zahlen: Googles Emissionen haben demnach seit 2019 um 82 Prozent zugelegt, allein im vergangenen Jahr stiegen sie um 18 Prozent. Bei Amazon waren es 58 Prozent seit 2019 und gut 16 Prozent im Jahr 2025. Grund ist vor allem der Bau von KI-Rechenzentren.
Für beide Unternehmen stieg zudem die CO2-Menge, die sie pro verdientem Dollar ausstießen. Mit anderen Worten, ihre Emissionen steigen schneller als ihre Umsätze. Dabei haben sich die Konzerne ehrgeizige Ziele gesteckt: Google will seine Emissionen eigentlich bis 2030 halbieren, Amazon will bis 2040 klimaneutral sein.
"Der Ausbau unserer KI-Infrastruktur schreitet derzeit schneller voran als die Dekarbonisierung des Stromnetzes", erklärte Kate Brandt, die bei Google für Nachhaltigkeit verantwortlich ist. Ähnlich äußerte sich Kara Hurst von Amazon: Die Nachfrage nach KI-Produkten könnten den Konzern bei der Umsetzung seiner Umweltziele "bremsen".
Insgesamt hat Google im vergangenen Jahr 18,8 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent ausgestoßen. Die Treibhausgase stammen zum Teil aus seinen Rechenzentren und Büros, vor allem aber aus seiner Lieferkette für die Chip- und Serverherstellung sowie aus dem Bau neuer Zentren durch seine Zulieferer. Bei Amazon waren es 80,85 Millionen Tonnen CO2. Hier kommen insbesondere noch Emissionen aus Lagern und Logistik hinzu.
Der Stromverbrauch von Google hat sich innerhalb von drei Jahren verdoppelt und entspricht fast dem eines Landes wie Griechenland. Die Emissionen von Amazon im Zusammenhang mit dem Bau von Rechenzentren sind innerhalb eines einzigen Jahres um mehr als 40 Prozent in die Höhe geschnellt.
pe/mhe
© Agence France-Presse
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