Sender: Früherer bosnisch-serbischer Armeechef Ratko Mladic tot
Der als "Schlächter von Bosnien" bekannt gewordene frühere bosnisch-serbische Armeechef Ratko Mladic ist nach Informationen serbischer Medien tot. Mladic starb im Alter von 83 oder 84 Jahren, wie der serbische Staatssender RTS am Donnerstag berichtete. Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) hatte Mladic wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Jahr 2017 zu lebenslanger Haft verurteilt. Zuletzt hatte Mladic mehrere Schlaganfälle erlitten.
Wegen seines angeschlagenen Gesundheitszustands hatten sich serbische Behörden und Mladics Familie für seine Verlegung in ein serbisches Militärkrankenhaus eingesetzt. Das Haager Gericht lehnte dies aber ab. Mladics Sohn Darko Mladic hatte deshalb in der vergangenen Woche von einem "stillen Mord an meinem Vater" gesprochen.
Mladics Name wird immer mit dem Massaker von Srebrenica im Jahr 1995 verbunden bleiben. Damals stürmten seine Truppen die dortige UN-Schutzzone und richteten Gräueltaten an muslimischen Männern und Jungen an. 8000 Menschen wurden ermordet; die Taten gelten bis heute als eines der schlimmsten Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs.
Der Internationale Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien erhob deshalb und wegen anderer Verbrechen 1995 Anklage gegen Mladic. Damals musste er zwar seinen Militärposten abgeben, führte zunächst aber ein luxuriöses Leben in Serbien. Nach dem Sturz des serbischen Präsidenten Slobodan Milosevic im Jahr 2000 wuchs der Druck auf ihn.
Nach 16 Jahren auf der Flucht wurde er 2011 in Serbien festgenommen und nach Den Haag überstellt. Das Gericht verurteilte ihn 2017 wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu lebenslanger Haft. Seine Verbrechen gehörten zu den "abscheulichsten", welche die Menschheit je gesehen habe, urteilten die Richter damals. Der Schuldspruch wurde 2021 letztinstanzlich bestätigt.
Während des gesamten Verfahrens hatte Mladic seine Unschuld beteuert und die Richter unter anderem als "Kinder westlicher Mächte" bezeichnet. In Serbien hat er bis heute Verehrer. Während er selbst erklärte, 1943 geboren worden zu sein, gibt das Strafgericht sein Geburtsjahr mit 1942 an.
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