Krimi zum Vuelta-Auftakt: Pogacar stürmt ins Rote Trikot
Radsport-Dominator Tadej Pogacar hat in einem Hundertstel-Krimi gleich zu Beginn seiner Mission Rot bei der Vuelta a Espana eindrucksvoll die Muskeln spielen lassen. Der fünfmalige Tour-Sieger stürmte im Einzelzeitfahren zum Auftakt der Spanien-Rundfahrt in seiner Wahlheimat Monaco furios zum Sieg und übernahm direkt das Trikot des Gesamtführenden.
Pogacar benötigte für den 9,4 km langen und technisch anspruchsvollen Kurs, der überwiegend flach an den größten Sehenswürdigkeiten des Fürstentums vorbeiführte, nur 10:57 Minuten. Der Weltmeister verwies damit den zeitgleichen britischen Spezialisten Ethan Hayter (Soudal Quick-Step) auf Rang zwei, lediglich neun Hundertstel trennten die beiden Fahrer. Dritter wurde Hayters Landsmann Joshua Tarling (Netcompany Ineos/+0:04 Minuten), der nur acht Tage nach dem tragischen Tod seines Bruders Finlay am Start stand.
Pogacar stellte knapp einen Monat nach seinem Triumph bei der Frankreich-Rundfahrt klar, dass das Rennen um das Rote Trikot nur über ihn laufen wird. Die größte Gegenwehr dürfte vor allem von dem österreichischen Giro-Zweiten Felix Gall (Decathlon-CMA CGM) oder dem Dänen Mattias Skjelmose vom deutschen Rennstall Lidl-Trek ausgehen. Von dem Duo kam Skjelmose als 40. (+0:29 Minuten) Pogacar am nächsten. Ein Fragezeichen steht noch hinter Primoz Roglic (Red Bull-Bora-hansgrohe). Der viermalige Gesamtsieger, der in der Vorbereitung von einem Auto angefahren worden war, wurde 24. (+0:22). Bester Deutscher wurde Lennard Kämna (Lidl-Trek/+0:21) als 21.
Tarling hielt nach einer starken Vorstellung lange die Bestzeit. Der Zeitfahr-Europameister von 2023 will die Teilnahme seinem bei einem Unfall mit einem Auto bei der Portugal-Rundfahrt verstorbenen Bruder widmen.
Titelverteidiger Jonas Vingegaard ist nicht dabei. Der Däne hatte bei der chaotischen Ausgabe im vergangenen Jahr, als heftige Proteste zu einem vorzeitigen Abbruch der letzten Etappe geführt hatten, triumphiert. Nach seinem Vuelta-Sieg komplettierte Vingegaard im letzten Mai mit dem Erfolg beim Giro d'Italia vor Pogacar das Grand-Tour-Triple.
Die diesjährige Vuelta wartet mit insgesamt sechs Hochgebirgsetappen, sieben Bergankünften und rund 58.000 Höhenmeter auf, sie ist damit eine der härtesten in der Geschichte des Rennens. Am Sonntag stehen hügelige 214,3 km zwischen Monaco und dem französischen Manosque auf dem Programm.
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