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Pogacar vor Tour-Gesamtsieg - Carapaz gewinnt Königsetappe

Published on July 25, 2026 at 16:47

Tadej Pogacar fährt im Gelben Trikot — LOIC VENANCE
Tadej Pogacar fährt im Gelben Trikot — LOIC VENANCE

Radsport-Superstar Tadej Pogacar steht unmittelbar vor seinem fünften Gesamtsieg bei der Tour de France. Der Titelverteidiger gab sich auf der 170,9 km langen Königsetappe nach Alpe d'Huez keine Blöße und nimmt die verkürzte Schlussetappe nach Paris am Sonntag mit einem komfortablen Vorsprung im Gelben Trikot in Angriff. 

Pogacar wird mit den Rekordgewinnern des wichtigsten Radrennens der Welt gleichziehen. Die Bestmarke von fünf Gesamtsiegen teilen sich bisher die Franzosen Jacques Anquetil und Bernard Hinault sowie Eddy Merckx (Belgien) und Miguel Indurain (Spanien). Die sieben Tour-Erfolge von Lance Armstrong sind wegen dessen Doping-Vergangenheit gestrichen worden.

Einen Tag nach seiner Rekordfahrt auf den berühmtesten Berg der Radsportwelt rückte für Pogacar der Kampf um den Tagessieg in den Hintergrund. Beim brutalen Kletter-Spektakel in den Alpen arbeitete Team-Kapitän Pogacar (UAE Emirates-XRG) lange für seinen Teamkollegen Isaac Del Toro, der sich auch dank Pogacars Hilfe Rang drei in der Gesamtwertung und das Weiße Trikot des besten Jungprofis sicherte.

Pogacar und Del Toro erreichten das Ziel 1:05 Minuten hinter Tagessieger Richard Carapaz. Der ecuadorianische Radprofi (EF Education-EasyPost), der schon die 18. Etappe am Donnerstag gewonnen hatte, sicherte sich zum zweiten Mal nach 2024 das Bergtrikot.

Das Podest in Paris komplettiert Doppel-Olympiasieger Remco Evenepoel als Zweiter. Evenepoel, bei Red Bull-Bora-hansgrohe Co-Kapitän des nach einem Sturz ausgeschiedenen Florian Lipowitz, bescherte der deutschen Mannschaft die erhoffte Top-3-Platzierung. Evenepoel liegt in der Gesamtwertung 6:26 Minuten hinter Pogacar, dahinter folgt Del Toro (+9:42).

Das vorzeitige Tour-Ende ereilte den entkräfteten deutschen Sprinter Pascal Ackermann. "Meine Beine konnten einfach nicht mehr. Ich war die letzten beiden Tage schon extrem am Limit", sagte Ackermann mit Tränen in den Augen: "Mein großes Ziel war, nach Paris zu kommen. Ich bin ziemlich enttäuscht."

Das Highlight der 113. Frankreich-Rundfahrt hatten sich die Streckenplaner für die letzte große Bergetappe aufgespart. Die Königsetappe führte wie am Freitag ins legendäre Alpe d'Huez, bot dabei aber das deutlich anspruchsvollere Tagesprofil. Insgesamt 5450 Höhenmeter standen auf dem Plan, unter anderem verteilt auf berühmte Anstiege wie den Col de la Croix-de-Fer, Col du Télégraphe und Col du Galibier. Tour-Chef Christian Prudhomme sprach sogar von der "härtesten Bergetappe der Tour-Geschichte".

Während Carapaz an der Spitze als Teil einer Fluchtgruppe viel für das Gepunktete Trikot investierte, kontrollierten Pogacar und sein UAE-Team die Nachführarbeit im Hauptfeld. Vor dem Gipfel des Galibier waren Pogacar und Del Toro auf sich allein gestellt - und der Mann in Gelb fuhr Tempo für seinen müde wirkenden Teamkollegen.

Pogacar führte die kleine Gruppe der Top-Stars auch ins Finale nach Alpe d'Huez, das am Samstag erstmals in der Tour über den Col de Sarenne gefahren wurde. Nur die letzten Kilometer durch den Zielort waren identisch mit der Ankunft des Vortags, bei der Pogacar dominiert hatte.

Pogacar, der am Samstag seinen 70. Tag im Gelben Trikot verbrachte, behielt auch dieses Mal stets die Kontrolle. Frankreichs Hoffnungsträger Paul Seixas (Decathlon CMA CGM) dagegen gingen die Kräfte aus. Der 19-Jährige ließ abreißen, Del Toro, Rang drei sowie das Weiße Trikot waren für den Debütanten verloren.

Glück im Unglück an der Spitze hatte Sepp Kuss. Den US-Amerikaner vom Team Visma-Lease a Bike rettete in einer Abfahrt ein Fangnetz vor einem möglicherweise folgenschweren Sturz. Durch das Malheur zog Carapaz vorbei. Dahinter wich Pogacar auch nach einer Evenepoel-Attacke nicht von Del Toro. Die Tour am Sonntag traditionell auf den Champs-Elysées in Paris. In Gefahr ist das Gelbe Trikot dann nicht mehr.

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