Vor Klopps Unterschrift: Bedenken bei DFB-Landesverbänden
Jürgen Klopps Vertragsunterschrift als neuer Fußball-Bundestrainer steht bevor - aber bei den DFB-Landesverbänden gibt es durchaus Bedenken. SID-Informationen zufolge wären mehrere Verbandspräsidenten nicht damit einverstanden, dass Klopp auch als Bundestrainer Markenbotschafter für Red Bull bleibt.
Dies ist laut Medienberichten derzeit die präferierte Lösung, um bei der Auflösung von Klopps Vertrag als Fußballchef des Red-Bull-Imperiums (bis 2029) eine millionenschwere Ablöse zu sparen. Auch der Umgang des Deutschen Fußball-Bundes mit den Finanzen wird in den Landesverbänden teils sehr kritisch gesehen. Der DFB und Klopp haben in New York Einigkeit über "Eckpunkte eines potenziellen Vertrages" erzielt.
Uwe Döring sprach ausdrücklich als Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußball-Verbandes (SHFV), nicht als Mitglied von DFB-Gremien. "Als Fußballfan und Mitglied des FC St. Pauli habe ich Klopps Engagement bei Red Bull nie verstanden, Geld kann es ja eigentlich nicht mehr sein", sagte Döring dem SID. "Aber vielleicht liege ich da auch falsch, dieser ganze Irrsinn bei Trainergehältern und Abfindungen, die auch bei Nichtleistungen gezahlt werden, stößt mich nur noch ab. Hoffentlich wird die Schraube nicht überdreht, es wenden sich jetzt schon viele ab."
Für mehrere andere Landesverbandsbosse sind die Millionenabfindung für den zurückgetretenen Julian Nagelsmann und ein kolportiertes Jahresgehalt jenseits von sieben Millionen Euro für Klopp ebenfalls ein Ärgernis. Tenor: Nur, weil der DFB (auch durch den Nike-Deal ab 2027) wieder das Geld besitze, müsse er es ja nicht gleich "rausblasen".
Zudem seien derartige Summen an der Basis "äußerst schwer" zu vermitteln. Zu hören war aber auch: "Trainer aus dem allerobersten Regal kosten halt viel Geld." Und Klopp sei der "geeignete Mann", es gebe keine wirkliche Alternative.
Sorgen hingegen wurden bezüglich Klopps Unabhängigkeit geäußert. Was, wenn der neue Bundestrainer plötzlich fünf Spieler von RB Leipzig beruft? Diese "zu enge Verzahnung", wie es ein Funktionär benannte, hatte bereits der frühere DFB-Präsident Theo Zwanziger in der FAS als "völliges No-Go" bezeichnet. Sprecher Thomas Kessen vom Fan-Verband "Unsere Kurve" sah in einer fortgesetzten Werbe-Rolle im SID-Gespräch "einen Kniefall vor dem Kapital".
Klopps Vertragsauflösung mit Red Bull ist das letzte Hindernis vor einer Unterschrift beim DFB. Dann muss der Vertrag noch durch die Gremien.
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