Feuerwehr kämpft weiter gegen Waldbrand in den Pyrenäen - 16 Verletzte
Unermüdlich haben in Südfrankreich am Montag hunderte Feuerwehrleute weiter gegen einen Waldbrand in den Pyrenäen angekämpft. Durch das Feuer in einem schwer zugänglichen Gebirgsgebiet wurden nach Behördenangaben mindestens 16 Menschen verletzt, darunter vier Feuerwehrleute. Rund 10.000 Bewohner kleiner Dörfer im Brandgebiet wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Unterdessen wurde wegen einer neuen Hitzewelle für 61 Départements die Alarmstufe Orange ausgerufen.
Die Brandschäden waren stellenweise beträchtlich. "An einigen Stellen sieht es aus, als wäre eine Atombombe explodiert, es ist katastrophal", sagte Marc Bianchini, Bürgermeister des Dorfes Rodès, das am Samstagabend evakuiert worden war, der Nachrichtenagentur AFP am Telefon. "Um 07.00 Uhr sah es aus, als wäre es gelöscht, doch wegen der Hitze und eines Windstoßes ist es wieder aufgeflammt."
Seit Samstag vernichteten die Flammen rund 4600 Hektar Vegetation, wie die Präfektur des Départements Pyrénées-Orientales an der Grenze zu Spanien mitteilte. Die Brandgefahr blieb weiter hoch wegen der Temperaturen und eines trockenen Windes. Dies bleibe bis zum Ende der Woche so, warnte Charlotte Couture vom Wetterdienst Météo-France.
"Seit mehr als einem Monat hat es (in diesem Département) überhaupt nicht geregnet, und seit mehr als zwei Monaten hat es nicht nennenswert geregnet", sagte sie mit Verweis auf die Trockenheit. Die Behörde zur Überwachung der Luftqualität, Atmo Occitanie, warnte vor einer erhöhten Feinstaubbelastung und riet von anstrengenden Aktivitäten ab.
Für Dienstag rief Météo-France wegen der neuen Hitzewelle für 61 Départements die zweithöchste Alarmstufe Orange aus. Erwartet würden 35 bis 41 Grad, die höchsten Temperaturen davon im Südwesten, teilte die Behörde mit.
Angesichts der "sehr schwierigen Lage" hatten die Behörden am Sonntagabend angeordnet, dass die dritte Etappe der Tour de France am Montag zwar stattfindet, allerdings ohne Zuschauer auf der französischen Seite der Grenze. Die Strecke führt von Granollers in Spanien zum französischen Zielort Les Angles.
"Mein wichtigstes Ziel heute ist, die Menschen zu unterstützen, die evakuiert wurden", sagte Präfekt Pierre Regnault de la Mothe am Montagmorgen. Daher solle "kein einziger Feuerwehrmann" zur Absicherung der Tour de France eingesetzt werden. Für die Feuerwehr habe der "erbitterte Kampf" gegen die Flammen Priorität, um eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Auch in anderen Regionen im Süden Frankreichs kämpfte die Feuerwehr gegen Waldbrände.
Die Feuerwehrleute in den Pyrenäen bekommen unterdessen Hilfe von insgesamt vier Löschflugzeugen aus Schweden und Zypern. Die Flugzeuge sollten am Montag in Südfrankreich eintreffen, wie die EU-Kommission mitteilte. Frankreich hatte sie demnach über einen EU-Mechanismus angefordert.
Auch Portugal forderte nach Angaben aus Brüssel Hilfe im Kampf gegen Waldbrände an. Spanien schickte demnach Feuerwehrleute und -fahrzeuge ins Nachbarland, hinzu kommen drei Löschflugzeuge aus Spanien und Italien.
Auch wenn die meisten Waldbrände nach Angaben der Feuerwehr durch Menschen ausgelöst werden, begünstigen die auf den Klimawandel zurückzuführenden häufigeren Hitzewellen und die damit verbundene Trockenheit den Brandverlauf.
ck/dja
© Agence France-Presse
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