Dobrindt verteidigt Abschiebeflug mit nicht straffällig gewordenem Afghanen
Aus Deutschland ist erstmals ein Abschiebeflug nach Afghanistan gestartet, bei dem auch ein nicht straffällig gewordener Afghane zurückgeführt wurde. Wie Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Dienstag sagte, befanden sich 31 Menschen an Bord, unter ihnen "überwiegendst schwerste und schwere Straftäter". Es sei aber auch eine Person auf dem Flug nach Kabul gewesen, bei der die Bezeichnung Straftäter nicht zutreffend sei, die aber ausreisepflichtig war.
Dobrindt betonte, er habe in der Vergangenheit deutlich gemacht, dass er gemäß dem Koalitionsvertrag zwar mit den Abschiebungen von Straftätern nach Afghanistan beginnen werde, aber "ausreisepflichtige Personen auch für Abschiebungen in Frage kommen, wenn es keine Integrationsleistungen in Deutschland gibt".
Kritik kam von den Grünen. "Es ist unverantwortlich, dass Alexander Dobrindt inzwischen selbst Menschen nach Afghanistan abschiebt, die sich hier überhaupt nichts zu Schulden kommen lassen haben", erklärte der innenpolitische Fraktionssprecher Marcel Emmerich. "In Afghanistan herrscht eine radikal-islamistische Terrororganisation. Sie entrechtet Frauen und Mädchen, unterdrückt die Bevölkerung und verfolgt politische Gegner bis in den Tod."
Die Migrationsbehörde der Vereinten Nationen (IOM) erklärte eine Rückkehr von Männern nach Afghanistan in Bezug auf die Sicherheitslage grundsätzlich wieder für möglich. "Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich deutlich verbessert, das ist schlicht eine objektive Tatsache", sagte IOM-Landeschefin Mihyung Park dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Mittwochsausgaben). "Wir sind zu dem Schluss gekommen, dass die allgemeinen Sicherheitsbedingungen eine Rückkehr nach Afghanistan grundsätzlich ermöglichen."
Es gebe jedoch Gruppen, denen die IOM eine Rückkehr ausdrücklich nicht empfehle, sagte Park. Dies betreffe insbesondere Frauen: "Afghanistan ist kein Ort, an dem Frauen frei leben oder sich eine Zukunft aufbauen können."
Dobrindt verteidigte seinen Kurs: "Wir haben in den vergangenen Wochen die Bundesländer darauf hingewiesen, dass Abschiebungen von ausreisepflichtigen Personen nach Afghanistan auch zukünftig möglich sein werden", sagte er am Rande einer Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im Bundestag in Bad Staffelstein. Ziel sei es, "mit Kontrolle, Kurs und klarer Kante diese Migrationswende durchzuführen".
Dobrindt kritisierte auch Proteste gegen den Abschiebeflug am Flughafen Leipzig. Demonstrationen seien zwar ein Grundrecht, er habe aber "nur sehr geringes Verständnis dafür, dass man bei Abschiebungen von schwersten Straftätern (...) dann hier zu solchen Aktionen greift".
CDU, CSU und SPD hatten sich 2025 in ihrem Koalitionsvertrag grundsätzlich darauf verständigt, wieder nach Afghanistan abzuschieben; eine Begrenzung nur auf Straftäter enthält der Vertrag nicht. Darin heißt es: "Nach Afghanistan und Syrien werden wir abschieben - beginnend mit Straftätern und Gefährdern."
Latest stories
Mundo Algunos evacuados vuelven a sus hogares en España mientras las llamas se reavivan en Francia
España levantó este martes las órdenes de evacuación en 13 localidades, mientras que Francia registró más de una decena de rebrotes de las llamas, en horas críticas para contener incendios forestales de proporciones históricas...
Montevideo La minería ilegal con mercurio plaga la frontera entre Surinam y Guayana francesa
Desde el cielo parecen un puñado de casitas de techo rojo en Surinam, en la frontera con Guayana francesa. Pero se trata en realidad de tiendas chinas que abastecen a mineros ilegales, que utilizan el...
Mundo India evalúa castigos más severos por la filtración de exámenes tras enormes protestas
El gobierno de India propuso este martes aumentar las penas de cárcel y endurecer las multas por la filtración de exámenes, en un intento de recuperar la confianza después de que protestas lideradas por...