Tuchel angefressen: "Leben selbst schwer gemacht"
Während ganz England jubelte, war Thomas Tuchel mächtig angefressen. Nachdem Jude Bellingham mit einem Doppelpack die Three Lions beim 2:1 nach Verlängerung gegen Norwegen sensationell ins WM-Halbfinale geschossen hatte, machte der deutsche Teammanager erst einmal seinem Ärger Luft. "Wir haben uns das Leben heute selbst sehr, sehr schwer gemacht", sagte Tuchel. Dass man unter den besten vier Mannschaften sei, sei "fantastisch", betonte er: "Es ist großartig, aber ich bin nicht zufrieden mit der Leistung."
Das Engagement sei da, erklärte Tuchel, aber man habe "schlampig" und "nicht schnell genug" gespielt sowie "eine Menge technischer Fehler" gemacht - "wir hatten Glück heute", sagte Tuchel. Auf Nachfrage des Reporters, ob das eine Frage der Mentalität sei, antwortete der Coach aufgebracht: "Das hier ist pure Mentalität, wie können Sie jetzt nach der Mentalität fragen? Man könnte sie in Flaschen abfüllen und verkaufen."
Mit Blick auf die kommenden Aufgaben mahnte Tuchel jedoch: "Wir müssen besser spielen." Im Halbfinale wartet am Mittwoch (21.00 Uhr MESZ) entweder Titelverteidiger Argentinien oder die Schweiz auf die Engländer, die vom ersten Titel seit 1966 träumen.
Vor allem der überragende Bellingham sorgte dafür, dass die fußballverrückte Nation noch eine Chance auf den großen Coup hat. Nachdem die Norweger um Stürmerstar Erling Haaland durch Andreas Schjelderup (36.) in Führung gegangen waren, schoss der ehemalige Dortmunder sein Team (45.+2, 93.) in die Runde der besten vier. "Ich muss dazu nicht mehr viel sagen", erklärte Tuchel: "Weltklasse."
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