Kanadier trotz WM-Aus "sehr stolz" - Davies mit Rückschlag
Als ihre Heldengeschichte beendet war, gingen die kanadischen Fußballer mit erhobenem Kopf. "Ich bin sehr stolz. Ich finde, wir haben ein großartiges Turnier gespielt", sagte Stephen Eustáquio nach dem 0:3 (0:0) des Co-Gastgebers im WM-Achtelfinale gegen den Geheimfavoriten Marokko bei TSN: "Um ehrlich zu sein: Bis zur Halbzeit dieses Spiels waren wir überragend. Ich denke, alle zu Hause sollten sehr stolz sein."
Auch Trainer Jesse Marsch fand nach dem Aus in der zweiten K.o.-Runde lobende Worte. "Wir haben die Nummer sieben der Welt total kontrolliert, total. Wir waren die aggressivere Mannschaft", sagte der US-Amerikaner, "an einem anderen Tag hätten wir vielleicht die Führung erzielt und gewonnen. Ich bin sehr stolz auf diese unglaubliche Leistung."
Kanada hatte in der Tat in der ersten Halbzeit mehr vom Spiel und bereitete Marokko lange große Probleme, ehe Azzedine Ounahi (50./82.) und Soufiane Rahimi (90.+8) doch noch einen klaren Sieg für den Favoriten herausschossen.
Nicht zum Einsatz kam Bayern-Star Alphonso Davies - wegen eines Rückschlags. "Er fühlte sich nicht gut", berichtete Marsch, "wir haben gestern ein MRT gemacht, es war alles in Ordnung. Aber er fühlte sich auch heute nicht besser, wir wollten kein Risiko eingehen. Es war die richtige Entscheidung für ihn und seine Karriere." So blieb es für den Kapitän, der wegen einer Muskelverletzung im Oberschenkel seit Anfang Mai ausgefallen war, nur bei einem Kurzeinsatz im Sechzehntelfinale gegen Südafrika (1:0).
"Er fragte, ob ich bei 100 Prozent bin", berichtete Davies von seinem Gespräch mit Marsch. "Ich habe ihm ehrlich gesagt: nein. Wir wollten Spieler auf dem Platz haben, die bei 100 Prozent sind. Ich hatte das Gefühl, dass ich noch nicht so weit war."
Auch ohne Davies erreichte Kanada ein Ziel bei seiner Heim-WM. "Ich glaube, wir sind endlich eine Fußball-Nation", sagte Eustáquio, "wir haben die Liebe aus der Heimat, von den Kanadiern, immer gespürt." Der Mittelfeldspieler appellierte an die Fans im Eishockey-Mutterland: "Die jungen Spieler hier brauchen eure Unterstützung über die nächsten vier Jahre, damit wir sicherstellen, dass wir bei der nächsten Weltmeisterschaft noch weiter kommen können."
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