Indiens Oberstes Gericht ordnet neue Schutzmaßnahmen für wild lebende Elefanten an
Indiens Oberstes Gericht hat neue Schutzmaßnahmen für wild lebende Elefanten angeordnet. Der Supreme Court in Neu Delhi wies die indischen Bundesstaaten an, die Wanderrouten der Elefantenherden nicht länger zu durchtrennen und Untersuchungen vorzunehmen, um Blockaden entlang der Routen zu identifizieren. Die Tierschützerin Prerna Singh Bindra, die das Gericht angerufen hatte, begrüßte die Gerichtsentscheidung am Freitag.
Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stuft Asiatische Elefanten als bedrohte Art ein. Weniger als 50.000 von ihnen leben noch in freier Wildbahn, die meisten in Indien. Elefanten gelten den Hindus als heilig und stehen gesetzlich unter Schutz. Ihre Zahl sinkt aber wegen Wilderei und der Zerstörung ihres Lebensraums, der wegen der Abholzung von Wäldern für den Bau von Straßen, Bahnstrecken oder Bergwerken immer kleiner und zerstückelter wird. Daher nehmen auch Konflikte mit Menschen zu.
Das Oberste Gericht weist in seiner Entscheidung darauf hin, dass die indische Regierung bereits sichere und hindernisfreie Elefantenkorridore vorschreibt. In der Praxis würden die Wege aber häufig versperrt. Die Bundesstaaten müssen nun Maßnahmen ergreifen, um eine Umlenkung oder Vertreibung der Elefanten zu unterbinden. So müsse es etwa verboten werden, Elefanten mithilfe von Feuer und Fackeln zu vertreiben.
Die Tierschützerin Bindra, die den Musterprozess angestrengt hatte, sagte der Nachrichtenagentur AFP, bisher hätten die indischen Bundesstaaten die "schrecklich grausamen Methoden" zur Vertreibung von Elefanten "unterstützt". Die Gerichtsentscheidung sei daher wichtig, um das Überleben der Elefanten im bevölkerungsreichsten Land der Welt sicherzustellen. "Wir wissen, wo sich die Wanderkorridore und Lebensräume der Elefanten befinden – und sie werden in einem beispiellosen Tempo zerstört und zerstückelt", sagte Bindra. Bisher fehle vielerorts der Wille, den Lebensraumverlust zu stoppen.
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