Von Drogenboss Escobar finanziert: Justiz in Kolumbien will Haus von Ex-Fußballstar Higuita beschlagnahmen
Ein Gericht in Kolumbien hat die Beschlagnahmung eines Hauses des legendären kolumbianischen Ex-Fußball-Nationaltorwarts René Higuita angeordnet. Die Richter sahen es als erwiesen an, dass der Kauf des Anwesens mit Geldern des einstigen Drogenbosses Pablo Escobar finanziert worden war. Die an dem Geschäft Beteiligten hätten unter anderem Unterschriften gefälscht, um die Herkunft des Geldes zu verschleiern, teilte das Gericht der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag mit.
Der Fußballstar war 1992 in den Besitz des Hauses in einem gehobenen Viertel der Stadt Medellín gekommen. Bei einer zwölfjährigen Untersuchung kam später ans Licht, dass das Grundstück zuvor mehrmals den Besitzer gewechselt hatte. Unter anderem soll es einer Strohfirma von zwei Brüdern und Kartellmitgliedern gehört haben, die später auf Escobars Befehl hin im Gefängnis getötet wurden. Escobar selbst starb ein Jahr nach der Eigentumsübertragung bei einem Schusswechsel mit der Polizei.
Higuita bestritt die Vorwürfe gegenüber dem in Bogotá ansässigen Sender Blu Radio und erklärte, er selbst sei das Opfer. "Man nannte mich Pablo Escobars Freund - und sie haben keine Ahnung, wie viele Probleme mir das bereitet hat", sagte Higuita. Er kündigte an, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen. Bis zu einer endgültigen Entscheidung dürfe er das Haus behalten.
Der Torwart, der in Kolumbien "El Loco" ("Der Verrückte") genannt wird, war durch seinen so spektakulären wie akrobatischen "Skorpion-Kick" in einem Freundschaftsspiel gegen England im Jahr 1995 bekannt geworden. Dabei ließ er seine Beine hinter seinem Rücken hochschnellen, um einen Ball abzublocken.
Higuita hatte 1993 die Freilassung einer Tochter eines Drogenbosses vermittelt, die von Escobar entführt worden war. Für seine Dienste soll er seinerzeit Geld erhalten haben, doch entsprechende Anklagen gegen ihn wurden später fallengelassen.
jvo/cp
© Agence France-Presse
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