Wieder kein Deutscher am Sachsenring: "Nicht zufriedenstellend"
Auch in diesem Jahr können die vielen Fans beim Großen Preis von Deutschland am Sachsenring keinem deutschen Rennfahrer zujubeln, die Flaute soll kein Dauerzustand werden. "Deutschland braucht wieder Teilnehmer in der Motorrad-WM, das steht außer Frage", sagte ADAC-Sportpräsident Gerd Ennser auf SID-Anfrage: "Die aktuelle Situation ohne nationale Fahrer in den WM-Klassen ist nicht zufriedenstellend."
Ein Lokalmatador sei "für den Grand Prix wichtig, aber auch für den gesamten Motorradsport in unserem Land", betonte Ennser. Doch es gebe Hoffnung. "Die intensive Nachwuchsarbeit des ADAC und der ADAC Stiftung Sport gemeinsam mit dem DMSB im Motorsport Team Germany in den vergangenen Jahren trägt langsam Früchte. Am Sachsenring starten neben den drei WM-Klassen auch zwei Nachwuchsserien, in denen deutsche Teilnehmer in diesem Jahr sehr konkurrenzfähig sind."
Fynn Kratochwil fährt im Red Bull Rookies Cup, ist Zehnter der Gesamtwertung, im Moto4 Northern Cup sind sechs Jungen und zwei Mädchen aus Deutschland dabei - im Ranking führt Robin Siegert vor Anina Urlaß und Thias Wenzel. Alle Talente sind 15.
"Wir hoffen, dass einige von ihnen in naher Zukunft den Sprung in die WM-Klassen schaffen", sagte Ennser, "realistisch gesehen dauert es aber noch zwei bis drei Jahre, bis es so weit ist."
Man habe "in den vergangenen Jahren intensiv in die Nachwuchsförderung investiert. Die Strukturen sind vorhanden. Es ist aber auch klar: Alleine schaffen wir es nicht", so Ennser. "Um deutsche Fahrer in die WM-Klassen zu bringen, braucht es weitere Unterstützung. Mehr Engagement seitens der Industrie und aller Beteiligten, die Interesse an einem starken Motorradsport in Deutschland haben, ist notwendig."
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