Zeidler zum vierten Mal Europameister
Ruder-Olympiasieger Oliver Zeidler hat zum vierten Mal die Europameisterschaft im Einer gewonnen. Der 30-Jährige setzte sich in Varese/Italien souverän vor Titelverteidiger Jauhen Salaty (Belarus) durch, der unter neutraler Flagge startete. Bronze ging an Weltmeister Stefanos Ntouskos (Griechenland).
Zuvor hatte Zeidler 2019, 2021 und 2024 den EM-Titel geholt. 2025 verzichtete er wegen seines Studiums auf die Europameisterschaften. "Ich versuche, dieses Jahr ungeschlagen zu bleiben, bislang gelingt mir das ganz gut", sagte der bestens gelaunte Zeidler in der ARD: "Die Pause nach Paris hat mir gutgetan, jetzt bin ich wieder etwas hungriger."
Dem Rennen am Sonntag war eine Geduldsprobe vorausgegangen. Das Wetter stoppte Zeidler und seine Konkurrenten. Ein Gewitter zog über die Lombardei hinweg, mit einer Stunde Verspätung ging es los, und Zeidler übernahm schnell die Führung. Die baute er bis ins Ziel kontinuierlich aus. Dabei verbesserte er den EM-Rekord, den er erst im Halbfinale aufgestellt hatte, auf 6:36,39 Minuten. Salaty lag nach 2000 m 3,55 Sekunden zurück, Ntouskos 4,58 - Ruderwelten.
Für Zeidler war die EM allerdings nur ein "Gradmesser" auf dem Weg zum Saisonhöhepunkt. Bei den Weltmeisterschaften in Amsterdam (24. bis 30. August) rudert der Ausnahmeathlet ebenfalls um seinen vierten Titel. Zeidlers großes Ziel sind die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles, bei denen er nach Paris sein zweites Gold holen will.
Für den Deutschen Ruderverband (DRV) war Zeidlers Sieg der zweite in den olympischen Bootsklassen nach dem Goldrennen des Männer-Doppelvierers am Samstag. Silber gab es zudem für den Deutschland-Achter, den Frauen-Vierer und den Frauen-Doppelvierer. Im Männer-Vierer sicherte sich das DRV-Boot Bronze. Im bulgarischen Plowdiw hatte 2025 der Frauen-Doppelvierer mit Silber für die einzige deutsche Medaille gesorgt.
Der Achter musste sich nur den überragenden Rumänen geschlagen geben, die alle Titel im Großboot (Männer, Frauen, Mixed) gewannen. Nach den jüngsten Enttäuschungen meldete sich das einstige DRV-Flaggschiff auf dem Podium zurück, allerdings fehlten in Varese auch die Top-Nationen Großbritannien (Olympiasieger) und Niederlande (Weltmeister). Bei der EM 2020 hatte der Deutschland-Achter zum bislang letzten Mal Gold geholt.
In Italien gewannen die Athletinnen und Athleten des DRV außerdem die Titel im Para-Mixed-Doppelzweier, im Para-Mixed-Zweier und im Leichtsgewichts-Zweier. Silber holten zudem Fabio Kress im Leichtgewichts-Einer, der Mixed-Doppelzweier und der Mixed-Achter.
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