WM im Schwergewicht: Boxer Kadiru muss entkräftet aufgeben
Peter Kadiru wollte alles geben für diese kleine Chance seines Lebens - stieg nach bloß sechs Runden aber nicht als Weltmeister aus dem Ring. Der Hamburger Profiboxer musste sich am Samstag im Kampf um den Schwergewichtstitel nach Version der WBA dem Russen Murat Gassijew geschlagen geben, in Moskau war er gegen den Titelverteidiger ohne Chance: Trainer Christian Morales warf das Handtuch für seinen völlig entkräfteten Boxer, der quasi ohne Vorbereitung in den Ring gestiegen war. Für Kadiru war es der bislang größte Fight seiner Karriere, im 25. Profikampf zudem die zweite Niederlage.
Für den deutschen Boxsport hatte sich beinahe aus dem Nichts die Chance auf den zweiten amtierenden Champion im Schwergewicht ergeben. Zuletzt war bereits Agit Kabayel zum WBC-Champion erklärt worden, weil Alexander Usyk seine Gürtel niedergelegt hatte. Und der Ukrainer war auch Wegbereiter für Kadirus plötzliche Chance: Auch den WBA-Gürtel hatte Usyk abgegeben, Gassijew stieg zum neuen Titelträger auf. Der Russe sollte am Samstag dann eigentlich gegen den Franzosen Tony Yoka antreten, der aber verletzt passen musste. So rückte Kadiru nach.
"Der Kampf kam sehr, sehr kurzfristig. Wir hatten keine richtige Vorbereitung", sagte Kadiru, erst am vergangenen Montag hatte seine Agentur Ringside Zone über den Kampf informiert. Es sei dennoch sein "Moment" - aber für Kadiru schien der Kampf schon ganz früh eine Ausdauerfrage zu werden. Der Linksausleger ließ sich von Gassijew schnell in die Seile drängen, wirkte inaktiv. Der Russe ging häufig auf den Körper, das kostete Kadiru weitere Kraft, die ersten drei Runden gab er recht deutlich ab.
In Runde vier, fünf und sechs versuchte Kadiru, aktiver zu sein, das Risiko zu erhöhen - bot damit aber noch mehr Angriffsfläche, geriet erneut in die Ringecke. Kadiru kassierte einige heftige Treffer und geriet ins Wanken, Trainer Morales brach den Kampf nach einer Minute der sechsten Runde ab, um seinen Sportler zu schützen.
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