WM-Finale: Spaniens Defensive gegen Argentiniens Leidenschaft
Spanien und Argentinien treffen am Abend (21.00 Uhr MESZ/ZDF und MagentaTV) im Finale der Fußball-Weltmeisterschaft im MetLife Stadium vor den Toren New Yorks aufeinander. Die Spielweisen – und damit die Stärken und Schwächen der beiden Teams – könnten kaum unterschiedlicher sein.
STÄRKEN SPANIEN: Das Prunkstück der Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente ist die Abwehr. Spanien stellte nicht nur das portugiesische Offensive um Cristiano Ronaldo kalt, sondern ließ auch gegen Frankreichs Superstars wie Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise keinen Treffer zu. Den einzigen Gegentreffer kassierte Torhüter Unai Simón im Viertelfinale gegen Belgien durch Charles De Ketelaere. Gegen Österreich gelang es Spanien sogar, als erste Mannschaft seit 2014 in einem K.o.-Spiel einer WM keinen einzigen Schuss aufs eigene Tor zuzulassen. Dazu spielt der Europameister mit Kontrolle und einem unaufgeregten Selbstverständnis, das ihn in noch keinem Duell hat wanken lassen. Das 0:0 zum Auftakt gegen Kap Verde blieb eine Ausnahme.
SCHWÄCHEN SPANIEN: Der Ballkünstler, von dem sich alle erhofft hatten, dass er der WM seinen Stempel aufdrücken würde, funktioniert noch nicht so, wie es sich die Fußballnation gewünscht hätte. Lamine Yamal, der vor dem Turnier gerade erst von einer Oberschenkelverletzung zurückgekommen war, erzielte bisher nur ein Tor und kommt auf lediglich einen Assist. Der Youngster vom spanischen Meister FC Barcelona, eigentlich ein Unterschiedsspieler, war im Angriff von La Roja bisher der unauffälligste Akteur.
STÄRKEN ARGENTINIEN: Die Albiceleste begeistert durch ihre leidenschaftliche Spielweise. Ihr unermüdliches Pressing und ihre giftige Härte am Rande des Erlaubten können sogar technisch starke Teams wie Spanien aus dem Konzept bringen. Für die aggressive Spielweise der Südamerikaner stehen besonders die Mentalitätsspieler wie Rodrigo de Paul, Enzo Fernández oder Leandro Paredes. Ihre größte Stärke ist jedoch zweifellos Lionel Messi. Der achtmalige FIFA-Weltfußballer war an zwölf der 19 Tore Argentiniens im Turnierverlauf beteiligt und hatte damit maßgeblichen Anteil am Erreichen des WM-Finals.
SCHWÄCHEN ARGENTINIEN: Doch genau hier liegt auch Argentiniens größte Schwäche: die Abhängigkeit von Messi. Dass eine Nation so stark von einem 39 Jahre alten Spieler abhängt, könnte gegen die spanische Abwehr zum Problem werden. Zudem kam Argentinien in jedem K.o.-Spiel ordentlich ins Wanken: Im Sechzehntelfinale gegen Kap Verde und im Viertelfinale gegen die Schweiz musste die Mannschaft in die Verlängerung. Im Achtelfinale gegen Ägypten lag das Team von Trainer Lionel Scaloni in der 78. Minute noch mit 0:2 zurück. Und auch im Halbfinale gegen England brauchte es zwei späte Tore, bevor Lautaro Martínez – natürlich nach Vorlage von Messi – die Albiceleste mit einem Kopfball ins Finale köpfte.
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