Wissenschaftsrat: Kritisches Denken lässt sich nicht an KI delegieren
Der Wissenschaftsrat hat vor möglichen negativen Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz (KI) auf die Hochschulen gewarnt. "Kritisches Denken lässt sich nicht an eine KI delegieren", erklärte der Vorsitzende des Expertengremiums, Wolfgang Wick, am Montag in Köln. "Wir müssen die unabhängige menschliche Urteilsfähigkeit in einer Welt erhalten, die immer mehr algorithmisch durchdrungenen ist."
Der KI-Einsatz eröffne Hochschulen weitreichende Möglichkeiten für Lehre und Studium. So könnten der Zugang zu Wissensinhalten verbessert und die Lernunterstützung personalisiert werden. Auch seien neue Formen von Feedback, die kreative Gestaltung von Lehrmaterialien sowie Verbesserungen bei Barrierefreiheit und Inklusion möglich. Dem gegenüber stünden aber grundsätzliche Risiken.
Der Einsatz von KI könnte die Fähigkeit zu selbstbestimmtem Denken beeinträchtigen, zu Kompetenzverlust und Fehlinformiertheit führen sowie den fachlichen und sozialen Austausch einschränken, erklärte der Wissenschaftsrat. Die KI "berührt den Kern akademischen Denkens und erfordert eine grundsätzliche Positionierung".
Das Expertengremium empfiehlt unter anderem, KI-freie Räume als Bestandteil des Studiums zu schaffen, Prüfungsformate umzugestalten und KI-Anwendungen auf ihre Lernwirksamkeit hin wissenschaftlich zu prüfen. Der mit 32 Mitgliedern besetzte Wissenschaftsrat berät die Bundesregierung und die Regierungen der Bundesländer in allen Fragen der Entwicklung von Wissenschaft, Forschung und des Hochschulbereichs.
hex/cfm
© Agence France-Presse
Latest stories
Deutschland Koalition einigt sich auf zahlreiche Änderungen bei Gesundheitsreform
Union und SPD haben sich auf zahlreiche Änderungen an dem Gesetzentwurf für die Reform der Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen (GKV) verständigt. Die Koalition legte im Bundestag einen Katalog von mehr als 60 Änderungsanträgen vor. Sie sehen etwas niedrigere Belastungen für Familien vor, eine geringere Absenkung des Bundeszuschusses und Änderungen beim Herstellerabschlag für...
Sports Heftige Vorwürfe: Belgischer Verband fechtet Balogun-Urteil an
Belgiens Fußballverband (RBFA) wird die Aufhebung der Sperre gegen den US-Amerikaner Folarin Balogun anfechten - und hat die FIFA gleichzeitig mit heftigen Vorwürfen konfrontiert. In einer Mitteilung zeigte sich der RBFA "zutiefst besorgt über den Verlauf der Ereignisse". Der Verband habe von der FIFA "nicht die geringste Erklärung" für ihre Entscheidung erhalten und daher "keine...
Weltgeschehen Mindestens 26 Tote bei Gefängnisaufstand in Sri Lanka
Bei einem Gefängnisaufstand in Sri Lanka sind offiziellen Angaben zufolge mindestens 26 Menschen getötet und mehr als 100 Menschen verletzt worden. Unter den Getöteten waren Polizeiangaben vom Montag zufolge auch sieben Gefängniswärter. Der Aufstand in dem Negombo-Gefängnis im Norden der Hauptstadt Colombo hatte am Sonntagabend begonnen. Der Polizei zufolge bekämpften sich...