Wimbledons neue Königin Noskova: "Werde paar Tage brauchen"
Linda Noskova wollte ihr neuestes Schmuckstück nicht mehr aus den Händen geben. Ob im Gespräch mit Prinzessin Kate, beim lockeren Talk mit Rekordsiegerin Martina Navratilova oder dem Gang auf den berühmten Balkon des ehrwürdigen All England Club - die funkelnde Venus Rosewater Dish begleitete die neue Königin von Wimbledon auf Schritt und Tritt.
"Das ist definitiv etwas, an das ich mich für immer erinnern werde", sagte Noskova nach dem zunächst unglaublich einseitigen, dann aber nervenaufreibenden 6:2, 5:7, 6:3-Erfolg im tschechischen Finale des Rasenklassikers gegen ihre Landsfrau und Freundin Karolina Muchova: "Aber ich werde sicher ein paar Tage brauchen, um das zu begreifen."
Für Noskova war ihr erster Grand-Slam-Triumph eine Achterbahn der Gefühle. Früh klar auf Titelkurs, klappte mit dem Sieg vor Augen im zweiten Satz plötzlich nicht mehr viel. "Es war sehr hart für mich", sagte die 21-Jährige: "Meine Hand ist in gewissen Momenten eingefroren, meine Füße waren nicht mehr so schnell wie zuvor." Doch sie habe "einfach weitergemacht" - und sich dann mit ihrem größten Karriereerfolg belohnt.
Auf dem Centre Court spielten sich nach ihrem sechsten, endlich auch erfolgreichen Matchball höchst emotionale Szenen ab. Noskova kämpfte mit den Tränen, bedankte sich nach und nach bei ihren Liebsten - bis sie bei einem ganz besonderen Menschen angekommen war.
"Es gibt noch eine weitere Person, der ich danken möchte", sagte Noskova, "nämlich meiner Mutter. Ohne sie würde ich jetzt definitiv nicht hier stehen, also vielen Dank." Dann schickte sie einen Gruß gen Himmel - und kaum ein Auge blieb trocken. Noskovas Mama war vor zwei Jahren unmittelbar vor Beginn von Wimbledon nach langem Kampf an Krebs verstorben.
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