Vogelgrippe-Virusvariante H5 erstmals bei australischem Meeresvogel nachgewiesen
Erstmals ist bei einem australischen Meeresvogel die hochansteckende Vogelgrippe-Virusvariante H5 nachgewiesen worden. Der Laborbefund an einer Eilseeschwalbe sei "besorgniserregend, aber nicht überraschend", sagte Landwirtschaftsministerin Julie Collins am Freitag in Hobart auf der Insel Tasmanien. Derzeit gebe es keine Hinweise auf eine "Massensterblichkeit". Es gebe keine Anzeichen dafür, dass sich die Vogelgrippe auf andere Tierpopulationen ausgebreitet habe, "und das Risiko für die menschliche Gesundheit bleibt gering".
Die Laboruntersuchungen ergaben, dass sich der fragliche Vogel im Bundesstaat South Australia infiziert hatte. Seit Juni waren in Australien insgesamt zwölf H5-Fälle bestätigt worden. Diese betrafen aber Zugvögel und nicht dauerhaft in Australien lebende Tiere.
Laut Collins versuchen Forscher nun herauszufinden, auf welchem Weg sich der genannte Vogel infizierte. Das Verbreitungsgebiet der Vogelart in Australien überschneide sich mit dem Gebiet, in dem sich Zugvögel aufhielten, die positiv auf H5 getestet worden seien.
Australien war jahrelang das einzige Kontinentalgebiet, in dem die Virusvariante H5 nicht nachgewiesen wurde. Weltweit hat er bei Geflügel und Wildvögeln schwere Erkrankungen ausgelöst und zu teils hohen Sterblichkeitsraten geführt. Auch bei Säugetieren wie Schweinen und Katzen wurde der Virusstamm nachgewiesen.
Die Krankheit ist für Vögel hochansteckend und hat meist den Tod der betroffenen Tiere zur Folge. Experten äußerten die Sorge, dass die Vogelgrippe insbesondere in Australien zum Aussterben seltener Tierarten beitragen könnte. Fast die Hälfte der wildlebenden Vogelarten Australiens und 83 Prozent der Säugetiere kommen nirgendwo sonst vor.
mm/gav
© Agence France-Presse
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