Trump preist Iraks neuen Regierungschef als "Champion"
Vor dem Hintergrund der Spannungen mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump dem neuen irakischen Regierungschef Ali al-Saidi einen ungewöhnlich freundlichen Empfang bereitet. Trump pries al-Saidi am Dienstag bei einem Treffen im Weißen Haus als "fantastischen Champion". Zudem sei er ein "großartiger Kämpfer und ein großer Fan Amerikas".
Zaidi will die irakische Wirtschaft stärken und pro-iranische Gruppen entwaffnen, die US-Einrichtungen in der Region ins Visier genommen haben. Zugleich betonte er die Eigenständigkeit seines Landes nach dem Abzug der letzten US-Soldaten: "Am 30. September werden die amerikanischen Streitkräfte abziehen, und amerikanische Unternehmen werden einziehen", sagte al-Saidi. Dann dürften nur noch irakische Staatsbedienstete Waffen tragen.
Trump sieht im Irak offenbar einen Verbündeten im Krieg gegen den Iran. Washington und Teheran ringen seit langem um Einfluss auf den Irak. Ein ranghoher irakischer Vertreter sagte der Nachrichtenagentur AFP, selbst wenn al-Saidis Regierung nun einen US-freundlicheren Kurs einschlage, bedeute das aber "nicht, dass sich der Irak gegen den Iran stellt".
Trump bekundete zudem den Willen zu Ölgeschäften mit dem Irak. "Wir werden viele Arbeitsplätze für beide Länder schaffen, und wir werden eine Menge Öl herausholen", sagte der US-Präsident.
Mit 40 Jahren ist al-Saidi der bisher jüngste Ministerpräsident des Irak. Er war am 27. April mit der Regierungsbildung beauftragt worden. Zuvor hatte es seit den Parlamentswahlen im November einen monatelangen Stillstand gegeben, weil die USA den Favoriten und ehemaligen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki nicht erneut in dieser Position haben wollten. Washington lehnte ihn als zu Iran-nah ab.
lob/gav
© Agence France-Presse
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