Teppich von Bayeux tritt Reise von Frankreich nach London an
Der Transport des mittelalterlichen Teppichs von Bayeux von Frankreich nach London hat begonnen, wo er ab September in einer Ausstellung im British Museum gezeigt werden soll. Der Wandteppich aus dem elften Jahrhundert sei am Donnerstag in Bayeux in einen Hightech-Behälter verfrachtet worden und habe seine Reise in die britische Hauptstadt begonnen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP von beteiligten Experten.
Der Behälter ist den Angaben zufolge so konstruiert, dass er Vibrationen abschirmt und Luftfeuchtigkeit und Temperatur konstant hält. Er werde unter Polizeischutz in einem klimatisierten Lastwagen durch den Kanaltunnel nach Großbritannien gefahren. Die Leihgabe gilt als diplomatische Geste zur Bekräftigung der französisch-britischen Freundschaft.
Der 68 Meter lange bestickte Teppich gehört zum Unesco-Welterbe und erzählt die Geschichte von William dem Eroberer, der den Ärmelkanal überquerte und den englischen König Harold II. in der Schlacht von Hastings im Jahr 1066 besiegte. Das Meisterwerk hat bereits 30 Risse und fast 10.000 Löcher, weshalb einige Experten vor dem Transport gewarnt hatten. Auch in einer Studie aus dem Jahr 2021 war von "Risiken" die Rede gewesen.
Trotz der Bedenken hatte der französische Präsident Emmanuel Macron die Leihgabe vor rund einem Jahr angekündigt. Seither wurden mehrere Testfahrten unternommen, unter anderem mit einer originalgroßen Nachbildung des Teppichs.
Das britische Finanzministerium hatte im Vorfeld zudem zugesagt, für den Fall eines schweren Schadens Versicherungsschutz in Höhe von geschätzten 800 Millionen Pfund (über 900 Millionen Euro) zu gewähren. Die enorme Versicherungssumme "unterstreicht nur, wie ernst es uns damit ist, sicherzustellen, dass das Werk in gutem Zustand zurückkehrt", hatte der britische Diplomat Peter Ricketts Anfang der Woche der Nachrichtenagentur AFP gesagt, der auf britischer Seite für den Transport zuständig ist.
Im British Museum ist der Teppich in einer eigens angefertigten flachen Vitrine vom 10. September an zu sehen. Bei einem Karten-Vorverkauf Anfang des Monats hatte das Museum in kürzester Zeit 100.000 Eintrittskarten abgesetzt. Die Ausstellung läuft bis Juli 2027.
jvo/jes
© Agence France-Presse
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