Sturm bestreitet letzten Kampf seiner Karriere
Seiner Familie hat Felix Sturm ein Versprechen gegeben – und das will er halten. "Es gibt Dinge, die man nicht kaufen kann – dazu gehören Charakter und das eigene Wort. Ich habe meiner Familie versprochen, dass dies mein letzter Kampf sein wird", sagte der fünfmalige Weltmeister vor seinem Abschiedskampf am Samstag in Stuttgart.
Gegen Granit Stein wird der 47-Jährige ein letztes Mal in den Ring steigen. Er wolle "Vollgas" geben und "alles was ich drinhabe, raushauen", sagte Sturm, der mit bürgerlichem Namen Adnan Catic heißt. Er freue sich auf das Duell. "Granit war der Einzige, der den Kampf sofort angenommen hat. Dafür habe ich großen Respekt. Er ist ein starker und vor allem kämpferischer Boxer", sagte Sturm.
Sein Gegner sorgte mit einer Kampfansage für Aufmerksamkeit. "Mein Name ist meine Stärke. Ich heiße Stein. Ein Sturm kann einem Stein nichts anhaben", sagte der 30-Jährige, zollte dem Altmeister aber zugleich Respekt. "Als ich mit dem Boxen angefangen habe, war Felix Sturm eines meiner Vorbilder. Gegen ihn boxen zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes. Aber irgendwann verschwinden Vorbilder. Jetzt freue ich mich darauf, gegen ihn anzutreten und ihn zu schlagen."
Sturm beendet seine Karriere, die mit fünf WM-Titeln (WBO, WBA und IBF) zahlreiche sportliche Höhepunkte besaß, aber auch von Skandalen geprägt war. 2016 wurde er nach seinem WM-Sieg gegen den Russen Fjodor Tschudinow positiv auf das anabole Steroid Stanozolol getestet. Einen bewussten Dopingverstoß bestritt er, der Fall führte jedoch zu einem langjährigen Gerichtsverfahren. 2020 wurde Sturm zu drei Jahren Freiheitsstrafe wegen Steuerhinterziehung und versuchter Steuerhinterziehung, Verstoßes gegen das Anti-Doping-Gesetz sowie vorsätzlicher Körperverletzung verurteilt.
Am Samstag soll diese bewegte Karriere ihren Abschluss finden. Das hat Sturm seiner Familie versprochen.
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