"Spanische Fußfessel" gegen häusliche Gewalt verzögert sich
Die "spanische Fußfessel" zum besseren Schutz vor häuslicher Gewalt wird später eingeführt als eigentlich geplant. Die wesentlichen Regelungen zu der neuen elektronischen Aufenthaltsüberwachung verzögerten sich bis Juli kommenden Jahres, sagte ein Sprecher des hessischen Justizministeriums dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (Freitagsausgaben). Grund dafür seien eine verspätete Unterschrift des Bundespräsidenten unter das Gesetz sowie für die Umsetzung nötige Vorbereitungen.
Die "spanische Fußfessel" ermöglicht anders als bei herkömmlichen Fußfesseln nicht allein der Polizei, den Aufenthaltsort ihrer Träger zu kontrollieren. Sie gibt den Angaben zufolge auch den - meist weiblichen - potenziellen Opfern über ein Empfangsgerät ein Signal, wenn ihnen Gefahr droht. Ihren Namen hat sie daher, dass in Spanien dieses System bereits zum Schutz von Opfern im Einsatz ist.
In Deutschland sollte das neue Gewaltschutzgesetz eigentlich am 1. April kommenden Jahres in Kraft treten. Nun wird es frühestens der 1. Juli 2027. Das Gesetz war im Mai vom Bundestag beschlossen worden.
Hessen betreibt die Gemeinsame Überwachungsstelle der Länder (GÜL), die Träger elektronischer Fußfesseln seit 2012 observiert. Sie überwachte den Angaben zufolge im vergangenen Jahr 277 Menschen mit einer elektronischen Fußfessel - mit zuletzt 32 Mitarbeitern. Infolge der bundesweiten Einführung der "spanischen Fußfessel" rechnet das hessische Justizministerium mit einer Verdreifachung der Fallzahl. Deshalb müsse die Zahl der Mitarbeiter auf über 100 steigen, hieß es aus dem Ministerium. Das gehe nicht von heute auf morgen.
jes
Latest stories
Topthemen Frankreich bittet wegen Waldbränden andere EU-Länder um Hilfe
Wegen der schweren Waldbrände im Land bittet Frankreich andere EU-Staaten um Hilfe. Es sei die Auslösung des Zivilschutzmechanismus' der Europäischen Union beantragt worden, teilte Präsident Emmanuel Macron in der Nacht zum Freitag mit. Frankreich werde damit "schnell" Hilfe aus anderen...
Topthemen USA greifen dreizehnte Nacht in Folge Ziele im Iran an
Die USA haben nach eigenen Angaben die dreizehnte Nacht in Folge den Iran angegriffen. Die Angriffswelle richte sich gegen "militärische Ziele", erklärte das zuständige US-Regionalkommando Centcom. Mit ihnen wolle die US-Armee "den Iran zur Rechenschaft ziehen und die von der...
Topthemen US-Regierung verkündet neue Zölle gegen rund 60 Handelspartner
Die US-Regierung hat neue Zölle gegen rund 60 internationale Handelspartner verkündet, darunter auch die EU. Grund für die Maßnahme sei ein unzureichendes Vorgehen der Betroffenen gegen Zwangsarbeit, erklärte das Weiße Haus. Die Aufschläge von zehn bis 12,5 Prozent sollten in der Nacht zum Freitag (0.01 Uhr Ortszeit, 6.01 Uhr MESZ) in Kraft treten. Zu diesem Zeitpunkt...