Radprofi Tarling stirbt nach Unfall bei Portugal-Rundfahrt
Der britische Radprofi Finlay Tarling ist bei der Portugal-Rundfahrt tödlich verunglückt. Der Bruder von Ineos-Star Joshua Tarling sei "bei einem schweren Unfall während der achten Etappe" ums Leben gekommen, teilten die Organisatoren am Freitag mit. Der Fahrer vom NSN Development Team wurde nur 19 Jahre alt.
Nach einem Bericht des portugiesischen Senders RTP, der die Rundfahrt im Fernsehen übertrug, soll Tarling in einen Frontalzusammenstoß mit einem Fahrzeug verwickelt gewesen sein. Demnach sei das Fahrzeug in der Nähe von Arcozelo auf der Gegenfahrbahn unterwegs gewesen und habe nicht zum Renntross gehört. Laut der Zeitung A Bola hatte der Fahrer des Autos die Schilder der Behörden nicht beachtet. Eine offizielle Bestätigung dieser Darstellung durch die Organisatoren gab es zunächst nicht.
Tiago Machado, Sprecher der portugiesischen Sicherheitspolizei GNR, bestätigte zumindest "eine Kollision zwischen einem Radfahrer und einem Fahrzeug im hinteren Bereich des Fahrerfeldes". Die genauen Umstände des Vorfalls seien aber "noch nicht bekannt. Wir werden den Sachverhalt untersuchen", sagte Machado vor Reportern und fügte hinzu, dass es während der gesamten Etappe eine "starke Polizeipräsenz" gegeben habe.
Die Etappe wurde etwa 20 Kilometer vor dem Ziel abgebrochen. Die Siegerehrung wurde "aus Respekt und Trauer" abgesagt, wie die Veranstalter mitteilten. Auch sein Team bestätigte Tarlings Tod und sprach seinen Eltern sowie seinem Bruder das Beileid aus.
"Fin war ein sehr geschätztes Mitglied unseres Teams, aber vor allem war er ein Sohn, ein Bruder und für so viele ein Freund. Er wird uns sehr fehlen", hieß es in einer Nachricht in den sozialen Medien. Sein älterer Bruder Joshua (22) ist Europameister im Einzelzeitfahren 2023, Sieger einer Etappe des Giro d'Italia 2025 sowie auf der Bahn Weltmeister im Punktefahren 2025.
Auch der portugiesische Premierminister Luis Montenegro sprach Tarlings Familie und seinem Team sein Beileid aus und erklärte auf X, die Nachricht von seinem Tod "erschüttert uns zutiefst".
Zu Wort meldete sich auch Jose Marques, der bei der Portugal-Rundfahrt für die Sicherheit auf der Strecke verantwortlich ist. Er versuche stets, die Straßenbeschilderung vor den Etappen so anzupassen, dass die Athleten "den größtmöglichen Schutz" erhielten. "Aber es gibt Dinge, die wir nicht beeinflussen können, wie zum Beispiel den Verkehr. Der Verkehr wird bis zu einem gewissen Grad von den Sicherheitskräften geregelt", sagte er gegenüber RTP: "Wir werden später mehr wissen, aber auf jeden Fall ist etwas schiefgelaufen."
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