Nach UEFA-Drohung: Auch CONCACAF lehnt Investoren-Pläne ab
Nach der Europäischen Fußball-Union (UEFA) hat auch der Kontinentalverband CONCACAF den Investoren-Deal von FIFA-Präsident Gianni Infantino einstimmig abgelehnt. Das teilte der Verband für Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik nach einer Sitzung am Donnerstag mit, der unter anderem die Präsidenten der 41 Mitgliedsverbände sowie CONCACAF-Präsident Victor Montagliani beiwohnten.
"Während der Sitzung äußerten die Mitgliedsverbände erhebliche Bedenken hinsichtlich des Fehlens eines ordnungsgemäßen Entscheidungsverfahrens im Zusammenhang mit diesem Vorschlag. Kritisiert wurden insbesondere die künstlich kurz gesetzte Frist sowie die Tatsache, dass weder die zuständigen FIFA-Gremien den Vorschlag geprüft noch genehmigt hatten", hieß es in dem Statement: "Darüber hinaus wurde infrage gestellt, weshalb überhaupt eine Finanzierung durch Private-Equity-Investoren erforderlich sein sollte, um neue und bestehende FIFA-Forward-Programme zu finanzieren – insbesondere nach der finanziell erfolgreichsten FIFA-Weltmeisterschaft der Geschichte."
Zuvor hatten alle 55 UEFA-Nationalverbände einen Boykott aller FIFA-Turniere beschlossen, sollte das Vorhaben des Weltverbandes, Anteile an der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen, umgesetzt werden. Laut übereinstimmender Medienberichte soll Infantino den Mitgliedsverbänden eine Zustimmungsfrist bis zum 19. September gesetzt haben. Die Verbände werden mit hohen Summen und der Aussicht auf eine nochmals erweiterte WM geködert. Eine einfache Mehrheit soll ausreichen, um die Vorhaben umzusetzen. Mit der UEFA und CONCACAF haben sich nun 96 von 211 Verbänden gegen Infantinos Pläne gestellt, die dadurch massiv ins Wanken geraten.
Neben dem abgelehnten Vorschlag beauftragte die CONCACAF, deren Mitglieder USA, Kanada und Mexiko jüngst die XXL-WM ausgetragen hatten, ihre Weltverbands-Ratsmitglieder, "mit der FIFA zu erörtern, wie die umfangreichen bestehenden FIFA-Reserven genutzt werden können, um die Finanzierung des FIFA-Forward-Programms für die Fußballentwicklung in unserer Region zu erhöhen".
Zudem sollen die Ratsmitglieder Infantino anweisen, dass dieser sicherstellen solle, "dass alle Angelegenheiten gemäß den FIFA-Statuten den ordnungsgemäßen Governance-Prozessen über die Verwaltung und den FIFA-Rat folgen". Mit den Maßnahmen bekräftige CONCACAF, "dass die Zukunft des Fußballs - und sein wertvollstes Gut - in den Händen unserer Fußballfamilie bleiben muss".
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