Müller: DFB muss "anpacken"
Rio-Weltmeister Thomas Müller sieht den deutschen Fußball nach dem neuerlichen WM-Debakel vor grundsätzlichen Fragen. Beim DFB sei "jetzt Anpacken angesagt", schrieb die Klub-Ikone des FC Bayern bei LinkedIn und forderte: "Nach fünf enttäuschenden Turnieren in Folge ist ein Konzept mit neuen, tiefgründigen Denkanstößen gefragt."
Es brauche "eine konsequente und moderne Spielerausbildung, die der zukünftigen Spielidee Rechnung trägt", ergänzte Müller und betonte: "Wir benötigen Verantwortungsbewusstsein, Fachwissen und auch den Mut, die notwendigen Veränderungen anzustoßen, um in der Zukunft wieder bis zum Schluss auf dem Parkett der großen Fußballbühne zu tanzen."
Für den Profi der Vancouver Whitecaps drängen sich beim geforderten Neuanfang mehrere Fragen auf: "Ist bei allen das ehrliche Bewusstsein vorhanden, dass uns die Weltspitze enteilt ist? Was können wir von anderen Nationen lernen in Sachen Ausbildung und Spielweise? Mit welchem Spielstil wollen wir als deutsche Nationalmannschaft erfolgreich sein und welche Spielertypen müssen dafür ausgebildet werden? Wie können wir im Hinblick auf die EM 2028 auch kurzfristig wieder zur schwer zu bespielenden 'Turniermannschaft' werden?"
Der Handlungsbedarf sei riesig. Beim Aus gegen Paraguay habe er den Eindruck gewonnen: "Wir wollen, aber können nicht. Ich habe eine Mannschaft und Spieler gesehen, die sich ihrer Verantwortung gegenüber ganz Fußballdeutschland bewusst war und das auch in Sachen Einsatz und Eifer spürbar gezeigt hat. Und trotzdem war das Erlebte aus sportlicher Sicht alles andere als eine Überraschung."
Die Nationalelf habe "zwar Spieler", schrieb Müller (36), "die individuell in einzelnen Aktionen die Fußballherzen höherschlagen lassen, kommt aber regelmäßig als Team auch gegen Mannschaften aus vermeintlich niedrigeren Regalen ins Wanken". Die Konstanz in Sachen Spielidee oder die Bildung einer klaren Achse sei "nicht zu sehen" gewesen. Und wenn der "deutsche Motor" nicht rund laufe, "fehlt uns einfach die individuelle Weltklasse, um das kompensieren zu können", schloss er.
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