Medien: Infantino ruft FIFA-Mitarbeiter zu Krisentreffen
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat offenbar hochrangige Mitarbeiter des Fußball-Weltverbandes zu einer Krisensitzung in die marokkanische Hauptstadt Rabat einberufen. Dies berichteten die Times und Sky UK am Dienstagabend übereinstimmend. Das Treffen im Co-Gastgeberland der WM 2030, in dem sich Infantino derzeit aufhält, soll demnach am Mittwoch stattfinden.
Der Druck auf den 56 Jahre alten Schweizer hat in der vergangenen Woche und spätestens seit dem Scheitern des von ihm anvisierten Investorendeals rapide zugenommen. Am Dienstagmittag erst distanzierten sich FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström und FIFA-Direktor Arsène Wenger vom einst so unantastbar scheinenden Präsidenten.
Von Rücktritt wollte Infantino jedenfalls auch am Dienstagabend nichts wissen, in seiner Instagram-Story postete er in hoher Schlagzahl Fotos von Erinnerungen der zurückliegenden Weltmeisterschaft oder verbreitete Unterstützerschreiben einzelner Verbände.
Unterdessen behauptete Prinz Ali bin al-Hussein, der Präsident des jordanischen Fußballverbands, der Druck auf die Mitgliedsverbände, Infantino bei der Wiederwahl im kommenden Jahr zu unterstützen, komme "Erpressung gleich". Er und sein Verband hätten "ihn früher nicht unterstützt und werden das auch jetzt ganz sicher nicht tun", schrieb der Gegenkandidat Infantinos bei der FIFA-Präsidentschaftswahl 2016 bei X.
Er berichtete auch von ganz frischen, schlimmen Erfahrungen. Der jordanische Verband sei von der US-Regierung aufgrund seiner WM-Spiele in den USA mit hohen Steuern belegt worden, während Teams, die in Kanada oder Mexiko ansässig waren und dort spielten, steuerfrei geblieben seien. Auch sei zahlreichen Fans die Einreise verweigert worden.
"Wir warten seit Dezember auf die Prämienzahlungen für unsere Spieler beim Arab Cup in Katar – einer FIFA-Veranstaltung –, während sich die FIFA gleichzeitig damit brüstet, über Milliardenreserven zu verfügen", führte Prinz Ali aus. Es sei "offensichtlich", dass das eigentliche Problem des Weltverbandes "in der Führungsebene liegt".
© 2008-2026 Sport-Informations-Dienst
Latest stories
Sports Schwimm-EM: Hentschel und Turmduo verpassen Medaille
Die deutschen Wasserspringer haben am fünften EM-Tag in Paris ihre sechste Medaille verpasst. Lena Hentschel kam zwei Tage nach Bronze im Mixed-Synchron im Einzelfinale vom 3-m-Brett im Centre Aquatique Olympique am Stade de France nicht über den fünften Platz mit 297,65 Punkten hinaus, knapp 15 Zähler fehlten der Berlinerin zum Podest. Die Dresdnerin Jette Müller sprang auf Rang sechs (287,00). Den Titel gewann die italienische 1-m-Europameisterin Chiara Pellacani (358...
Sports Emotionale Worte: Heimberg macht Fehlgeburt öffentlich
Für die Schweizer Wasserspringerin Michelle Heimberg hat ihre Silbermedaille bei der EM in Paris eine ganz besondere Bedeutung. "Eine Woche vor unserer Abreise zu den Europameisterschaften haben wir die herzzerreißende Nachricht erhalten, dass wir unser Baby ganz am Ende des ersten Schwangerschaftstrimesters verloren haben. Nur 24 Stunden später wurde ich...
Topthemen Neuer US-Geheimdienstkoordinator Clayton vereidigt
Der neue US-Geheimdienstkoordinator Jay Clayton hat sein Amt angetreten. Der 60-jährige Jurist wurde am Dienstag im Beisein von Präsident Donald Trump von Finanzminister Scott Bessent vereidigt, wie ein Video des Weißen Hauses zeigt. Clayton hat damit die Aufsicht über die insgesamt 18 US-Geheimdienste. Zu...