Laut IFAB: Embolos Platzverweis regelwidrig
Im WM-Viertelfinale gegen Argentinien kassierte der Schweizer Breel Embolo die Gelb-Rote Karte - zu Unrecht. Wie das International Football Association Board (IFAB) am Dienstag klarstellte, hätte der VAR im Fall des Stürmers nicht eingreifen dürfen.
In der Mitteilung betonte das IFAB, die in diesem Fall angewandte Verwechslungsregel dürfe ausschließlich dazu dienen, den Spieler zu identifizieren, der das bereits geahndete Vergehen begangen hat - nicht jedoch dazu, das Vergehen selbst zu überprüfen oder abzuändern, zum Beispiel im Fall einer Schwalbe wie bei Embolo.
Der Stürmer hatte in der Partie gegen den Weltmeister von 2022 beim Stand von 1:1 wegen einer Schwalbe seine zweite Gelbe Karte gesehen und war vom Platz geflogen. Schiedsrichter Joao Pinheiro hatte zuvor allerdings auf ein Foulspiel von Leandro Paredes entschieden und dem Argentinier die Gelbe Karte gezeigt. Dann bekam der Portugiese einen Hinweis und kontrollierte die Videosequenz. Dort wurde deutlich: Embolo war überhaupt nicht berührt worden, hob vielmehr ab und wollte ein Foul schinden. Also revidierte der Schiedsrichter seine Entscheidung, nahm die Gelbe Karte gegen Paredes zurück und schickte Embolo vom Feld. Argentinien siegte schließlich mit 3:1 nach Verlängerung.
Die Regel, dass der VAR bei Fällen von Spielerverwechslungen bei Gelben und Roten Karten eingreifen darf, war von der FIFA zur Weltmeisterschaft neu eingeführt worden. Auch im Fall des US-amerikanischen Spielers Tim Ream war die Regel gemäß Klarstellung des IFAB allerdings falsch angewendet worden. Dieser war im Gruppenspiel gegen Paraguay vom Schiedsrichter wegen eines vermeintlichen Fouls verwarnt worden. Auch hier hatte der VAR eine Überprüfung empfohlen, woraufhin die Entscheidung revidiert und stattdessen Reams paraguayischer Gegenspieler wegen Simulation verwarnt worden war.
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