Kritik an Paraguay: "Immer der Sportkamerad Galarza"
Als Matías Galarza die WM-Bühne verließ, flossen sogar Tränen. Dabei hatte der Paraguayer im Achtelfinale gegen Frankreich (0:1) zuvor keineswegs einen sanften Eindruck hinterlassen - als auffälligster Provokateur sorgte er mit mehreren Unsportlichkeiten für Aufsehen. "Jeder hat das Spiel gespielt, das er spielen wollte", sagte der 24-Jährige lapidar über die ruppige Spielweise der Südamerikaner.
Galarza, der in Argentinien bei River Plate unter Vertrag steht, war vom überforderten Schiedsrichter Ilgis Tantaschew (Usbekistan) sowie den Video-Assistenten mehrmals verschont worden. Erst schlug er im Lauf gegen den Arm von Kylian Mbappé, auch gegen Jules Koundé holte Galarza kurz vor dem Ende zum Schlag aus, traf ihn aber nicht richtig. Dazu fiel er in einer Konfrontation mit Michael Olise theatralisch zu Boden und versuchte, vor Mbappés Elfmeter den Punkt zu ramponieren.
"Immer der Sportkamerad Galarza, der hätte für mich gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen", kritisierte der ehemalige Bundesliga-Referee Patrick Ittrich bei MagentaTV. Die Aktion gegen Mbappé sei ein "astreiner Schlag" gewesen: "Er hat nichts anderes vor, als den Spieler zu schlagen." Dem Schiedsrichter warf Ittrich Kontrollverlust vor.
Torhüter Orlando Gill, der im Elfmeterschießen des Sechzehntelfinals gegen das DFB-Team zum Helden aufgestiegen war, wies den Vorwurf einiger französischer Spieler zurück, Paraguay habe zu hart gespielt. "Das ist Fußball. Wenn sie das nicht gewohnt sind – was sollen wir da machen?", betonte er: "So ist Paraguay eben – eine harte Mannschaft."
Anders als gegen Deutschland reichte es diesmal nicht zum Sieg. "Es ist schwierig zu vermitteln, was wir fühlen. Wir gehen mit einem bitteren Gefühl", sagte Galarza. Ein kleiner Trost für die Gegenspieler? Galarza schied mit Tränen in den Augen aus - und einem unrühmlichen Negativwert. Bei dieser WM wurde er 16-mal ausgespielt, so oft wie kein anderer Spieler.
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