Historischer Sieg gegen den Ex: Schweiz im Achtelfinale
Die Anhänger schunkelten schon lange vor dem Schlusspfiff, als er dann ertönte, waren auch unten auf dem Rasen glückliche Schweizer Gesichter und hüpfende Spieler zu sehen: Nach einem souveränen und historischen Sieg im Duell mit ihrem ehemaligen Trainer Vladimir Petkovic darf die "Nati" weiter von der besten WM ihrer Geschichte träumen.
Die Mannschaft um Anführer Granit Xhaka gewann ihr Sechzehntelfinale gegen das vom früheren Erfolgscoach trainierte Algerien in Vancouver mit 2:0 (1:0) und kam ihrem groß ausgerufenen Ziel einen deutlichen Schritt näher. Im Achtelfinale treffen die Schweizer am Dienstag (22.00 Uhr MESZ) erneut in Vancouver auf Kolumbien oder Ghana.
"Am Ende geht es in einem K.o.-Spiel nicht darum wie man spielt, sondern dass man weiterkommt, und das ist uns heute gelungen. Wir sind sehr glücklich", sagte Xhaka, der sein 150. Länderspiel absolvierte.
Breel Embolo (10.) und Dan Ndoye (46.) schossen die Mannschaft von Trainer Murat Yakin zum ersten K.o.-Sieg bei einer WM seit 88 Jahren. Der Erfolg hätte höher ausfallen können, Fabian Rieder vom FC Augsburg verfehlte allerdings das leere Tor (80.).
Gewinnen die Schweizer auch ihr Achtelfinale, wäre das große Ziel bereits erreicht: Ins Viertelfinale hatten es die Schweizer bei einer WM nur 1934 und 1938 geschafft. Dafür mussten sie jedoch jeweils nur ein Spiel gewinnen. Beide Turniere begannen damals gleich mit dem Achtelfinale, eine Vorrunde, geschweige denn danach ein Sechzehntelfinale, gab es nicht.
Petkovic hatte vor der Partie selbstredend im Fokus gestanden. Für ihn sei das Wiedersehen mit der Schweiz natürlich "speziell", sagte er. Von 2014 bis 2021 hatte der heute 62-Jährige die Nati geprägt wie kaum ein anderer Trainer vor ihm. Es seien "sieben Jahre lang viel Freude und Vergnügen" gewesen, sagte Petkovic: "Aber heute bin ich der Trainer von Algerien."
Und als dieser musste er schnell einen Rückschlag wegstecken. Beim ersten Angriff der Schweizer behauptete sich Jungstar Johan Manzambi im Laufduell mit Aissa Mandi und legte von der Grundlinie zurück auf Embolo, der nur noch einschieben musste. Ein bitter Auftakt für die Algerier, die bis dahin deutlich besser im Spiel waren.
Die Nordafrikaner hatten sich erst durch das dramatische 3:3 im letzten Gruppenspiel gegen Österreich als letztes Team für die K.o.-Phase qualifiziert. Gegen die favorisierte Schweiz, die ihre Gruppe B mit Co-Gastgeber Kanada gewonnen hatte, hielten sie dennoch gut mit. Was in einem intensiven Spiel fehlte? Klare Torchancen.
Eine der besseren hatte noch Denis Zakaria (37.), dessen Kopfball nach einem Freistoß von Ruben Vargas nur knapp am Tor vorbeiflog. Auf der Gegenseite vergab Leverkusens Ibrahim Maza kurz vor der Halbzeit (45.+2) aus aussichtsreicher Position die bis dato beste Gelegenheit auf den Ausgleich.
Das sollte sich schnell rächen. Unmittelbar nach Wiederanpfiff war es erneut der erste Schweizer Angriff, der Algerien in Bedrängnis brachte. An dessen Ende fiel Ndoye der Ball vor die Füße, gegen den Abschluss des 25-Jährigen hatte Algeriens Towart Luca Zidane keine Chance. Mit der komfortablen Führung im Rücken kontrollierte die Schweiz die Partie nun nach Belieben, Algerien brachte offensiv kaum noch etwas zustande.
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