Flächenbrände in Frankreich: 25.000 Hektar seit Jahresbeginn abgebrannt
Bei Flächenbränden in Frankreich sind seit Beginn des Jahres bereits 25.000 Hektar abgebrannt. Dies seien mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr, teilte der Zivilschutz am Freitag mit. Frankreich erlebt derzeit bereits die dritte Hitzewelle des Jahres, die das Entstehen und die Ausbreitung der Brände massiv fördert. In dem südfranzösischen Département Drôme brannten mittlerweile 3700 Hektar ab, ein Campingplatz mit 350 Gästen wurde vorsorglich evakuiert.
Derzeit gilt nach Angaben des nationalen Wetterdienstes in neun von 101 Départements die höchste Alarmstufe. Samstag sollen es knapp ein Viertel der Départements sein, vor allem im Nordwesten des Landes sowie im Großraum Paris. In 56 weiteren Départements gilt am Samstag die zweithöchste Warnstufe.
Lediglich Korsika, die Mittelmeerküste und die Gebirgsregionen sind derzeit von den Extremtemperaturen verschont. Mit kühlerer Luft vom Atlantik wird erste gegen Mitte kommender Woche gerechnet.
Die Regierung hat die Einrichtung von Erfrischungszentren für Senioren und Obdachlose angekündigt. Bei den vergangenen beiden Hitzewellen waren zahlreiche ältere Menschen zu Hause gestorben.
Allein im Juni waren während der Hitzewelle innerhalb einer Woche landesweit gut 2000 Menschen mehr gestorben als in der Vorwoche. Die Behörden gehen davon aus, dass die Bilanz am Ende noch deutlich höher ausfällt.
Der nationale Klimarat hatte am Donnerstag eine mangelhafte Klimapolitik der Regierung angeprangert. Die Experten riefen dazu auf, sowohl den Ausstieg aus fossilen Energien als auch die Anpassungsmaßnahmen deutlich zu beschleunigen. "Die Auswirkungen des Klimawandels werden immer gefährlicher", betonte der Klimarat. Frankreich sei darauf "nicht vorbereitet", heißt es im Jahresbericht des Gremiums.
Die Infrastrukturen, die wirtschaftlichen Aktivitäten und soziokulturellen Praktiken hätten sich "in einem Klima entwickelt, das es nicht mehr gibt", sagte Valérie Masson-Delmotte, eine der Expertinnen des Klimarats.
Das Gremium empfiehlt neben struktureller Prävention auch kurzfristige Maßnahmen, etwa die Installation von Fensterläden, Deckenventilatoren und Klimaanlagen, insbesondere umkehrbare Wärmepumpen.
Wissenschaftler gehen davon aus, dass Hitzewellen infolge des menschengemachten Klimawandels an Intensität und Häufigkeit zunehmen.
kol/mid
© Agence France-Presse
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