Ferys Wimbledon-Traum: Finale am Geburtstag
Henman Hill, Murray Mound und nun Fery's Fairway? Die Märchengeschichte von Arthur Fery begeistert die Briten - und veranlasste die BBC, nach Alternativnamen für den legendären Hügel in Wimbledon zu suchen. Denn wie seine Vorgänger Tim Henman und Andy Murray darf sich Fery nun auch Halbfinalist des Rasenklassikers nennen. Mindestens, denn das letzte Kapitel der beeindruckenden Reise des Wildcard-Wunders ist noch nicht geschrieben.
"Ich habe immer an mich geglaubt, und auch daran, ein Topspieler dieser Welt zu sein", sagte der 23-Jährige, nachdem er auch den italienischen French-Open-Finalisten Flavio Cobolli besiegt hatte. Und das im Schnelldurchgang: 6:4, 7:6 (7:4), 6:0 hieß es für die britische Turnier-Überraschung. Sein nächster Gegner: Alexander Zverev.
"Zverev ist nochmal ein größeres Level", sagte Fery: "Aber ich bin bereit. Ich habe nichts zu verlieren. Ich werde einfach rausgehen, mein Spiel zeigen und das tun, was ich bisher getan habe. Mal sehen, wohin mich das führt."
Womöglich ins Finale. Schafft er auch das, wäre er schon die neue Nummer 26 der Welt. Ins Turnier gegangen war Fery auf Platz 114 des Rankings. Er ist der erste Brite seit Cameron Norrie vor vier Jahren, der beim Heimspiel im All England Club im Halbfinale steht.
Geboren wurde Fery in Sèvres, einer Gemeinde vor den Toren von Paris. Seine Mama Olivia spielte einst selbst Tennis und stand 1991 im Doppel in der ersten Runde der French Open. Sein Vater ist der millionenschwere Loic Fery, heute Präsident des französischen Erstligisten FC Lorient.
Früh aber zog es die Familie nach London. Arthur Fery wuchs "fünf Minuten die Straße runter" von Wimbledon auf. Schon als junger Bursche besuchte er immer wieder den All England Club, wo er nun als letzter Brite im Turnier eine magische Reise erlebt.
Diese ist auch der Royal Family nicht verborgen geblieben. Königin Camilla drückte Fery auf dem Centre Court die Daumen. "Sie hat nach dem Spiel auf mich gewartet", verriet Fery: "Sie hat mir gratuliert. Ich sagte ihr, wie groß die Ehre war, vor ihr zu spielen. Ich habe ihr auch erzählt, dass ich am Sonntag Geburtstag habe, es wäre schön, das Finale an meinem Geburtstag zu spielen."
Es wäre beinahe zu kitschig. Und vorbei muss Fery dafür auch erst einmal an French-Open-Sieger Zverev.
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