Ex-Verantwortliche von US-Bürgerrechtsorganisation SPLC festgenommen
Wegen der mutmaßlichen Bezahlung von Informanten aus rechtsextremen Kreisen ist in den USA eine hochrangige frühere Vertreterin der bekannten Bürgerrechtsorganisation SPLC festgenommen worden. Heidi Beirich sei wegen Überweisungsbetrugs sowie wegen Verschwörung zum Bankbetrug und zur Geldwäsche angeklagt worden, erklärte am Mittwoch FBI-Direktor Kash Patel. Die 59-Jährige war jahrelang Leiterin der Abteilung für Aufklärung beim Southern Poverty Law Center, das sich dem Kampf gegen weiße Vorherrschaft und Rechtsextremismus verschrieben hat.
Die Bürgerrechtsorganisation habe "Spender wissentlich in die Irre geführt, die glaubten, ihr Geld werde dazu verwendet, gewalttätige extremistische Organisationen zu zerschlagen", schrieb Patel in Online-Netzwerken. "In Wirklichkeit wurden einige dieser Spenden stattdessen dazu genutzt, bestimmte hochrangige Funktionäre innerhalb dieser extremistischen Gruppen zu bezahlen."
Der Anklageschrift zufolge wurden zwischen 2007 und 2023 mehr als vier Millionen Dollar (3,5 Millionen Euro) Spendengelder für die SPLC "heimlich an Personen gezahlt, die mit verschiedenen gewalttätigen extremistischen Gruppen in Verbindung standen". Nach Angaben von Justizminister Todd Blanche wird Beirich unter anderem vorgeworfen, sich an Versuchen beteiligt zu haben, Bankkonten unter "völlig fiktiven" Firmennamen zu eröffnen. Außerdem habe sie Zahlungen an Einzelpersonen "aus unlauteren Gründen" gebilligt.
Das US-Justizministerium hatte bereits im April Klage gegen die SPLC als Organisation eingereicht. Es sprach damals unter anderem an die Bezahlung von Informanten innerhalb des rassistischen Ku-Klux-Klans.
Die SPLC wies die Vorwürfe entschieden zurück. Seine Organisation habe in der Vergangenheit zwar tatsächlich Informanten eingesetzt, "um glaubwürdige Informationen über extrem gewalttätige Gruppen zu sammeln", erklärte SPLC-Chef Bryan Fair im April in einer Videobotschaft. Dies sei jedoch zu Hochzeiten der US-Bürgerrechtsbewegung geschehen, während der "Bombenanschläge auf Kirchen, staatlich geförderter Gewalt gegen Demonstranten und Morde an Aktivisten" verübt worden seien, die "vom Justizsystem ungeahndet blieben".
Die durch Informanten erhaltene Informationen seien zudem "regelmäßig an bundesstaatliche Strafverfolgungsbehörden weitergegeben" worden, erklärte Fair weiter. In jüngerer Vergangenheit seien keine Informanten aus extremistischen Gruppierungen genutzt worden.
jes
Latest stories
Topthemen "Eine meiner engsten Vertrauten": Trumps Sprecherin Karoline Leavitt tritt zurück
Die für ihre scharfen und bissigen Antworten auf Journalistenfragen bekannte US-Präsidentensprecherin Karoline Leavitt hat ihren Rücktritt angekündigt. Die 28-Jährige begründete dies am Mittwoch damit, dass sie sich nach der Geburt ihres zweiten Kindes mehr auf die Familie konzentrieren wolle. Präsident Donald Trump würdigte Leavitt als "eine meiner engsten Vertrauten" und kündigte...
Weltgeschehen Absturz von 737 MAX in Äthiopien: Boeing muss 29 Millionen Dollar zahlen
Mehr als sieben Jahre nach dem Absturz einer Boeing-Maschine vom Typ 737 MAX in Äthiopien ist der US-Flugzeugbauer erneut zu einer Entschädigungszahlung in Millionenhöhe verurteilt worden. Das Unternehmen müsse der Familie eines bei dem Unglück getöteten UN-Mitarbeiters 29 Millionen Dollar (gut 25 Millionen Euro) zahlen, entschied am Mittwoch ein Geschworenengericht in Chicago. Das Urteil erging...
Topthemen Niedrigwasser: Binnenschiffer legen Drei-Punkte-Plan vor
Angesichts der zunehmenden wirtschaftlichen Auswirkungen des Niedrigwassers in den Flüssen hat der Bundesverband der Deutschen Binnenschifffahrt (BDB) einen Drei-Punkte-Plan vorgelegt. Es müsse vor allem die Förderung von niedrigwasseroptimierten Schiffen auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden, forderte BDB-Geschäftsführer Jens Schwanen in der "Rheinischen Post" (Donnerstagsausgabe). Zweitens müssten die Fahrrinnen an Mittel- und Niederrhein in maximal möglichem Tempo ausgebaut...