Einbruch in Renoir-Museum in Frankreich: Zwei Werke gestohlen, zwei im Garten gefunden
Bei einem Einbruch in ein Renoir-Museum in Südfrankreich haben Unbekannte zunächst vier Gemälde des impressionistischen Malers entwendet. "Sie sind durch den Garten geflohen und haben dort zwei der Werke verloren", sagte der Bürgermeister von Cagnes-sur-Mer, Bryan Masson, am Dienstag. Die Diebe hätten mit Metallsägen die Halterungen der Bilderrahmen durchtrennt, erklärte er. Den Schaden bezifferte er mit etwa neun Millionen Euro.
Der Alarm sei um kurz vor sechs Uhr morgens ausgelöst worden. Die Polizei sei fünf Minuten später bereits vor Ort gewesen. "Einen Angriff auf das Renoir-Museum zu verüben, bedeutet, einen Teil der Geschichte und des Kulturerbes zu zerstören", erklärte der Bürgermeister.
Das 1960 gegründete Renoir-Museum in der Nähe von Nizza befindet sich im letzten Wohnhaus des Malers Pierre-Auguste Renoir (1841-1919) an der Côte d'Azur. Neben der ursprünglichen Einrichtung zeigt das Renoir-Museum Gegenstände, die Renoir gehörten, darunter seine Staffelei und seinen Rollstuhl. Es sind auch zwölf seiner Werke ausgestellt, darunter Porträts, Landschaften und Akte.
Der Diebstahl ereignete sich knapp ein Jahr nach dem spektakulären Diebstahl im Louvre in Paris, bei dem ein Teil der französischen Kronjuwelen gestohlen wurde. Am 19. Oktober 2025 waren vier Männer am helllichten Tage mit Hilfe eines Lastenaufzugs in die Apollo-Galerie eingedrungen. Sie erbeuteten Diademe, Ketten und weitere Schmuckstücke im Materialwert von 88 Millionen Euro. Die mutmaßlichen Täter wurden festgenommen, die Beute wurde bis heute nicht gefunden.
Der Einbruch hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt und erhebliche Sicherheitsmängel in dem berühmten Museum offenbart, das mit Kunstwerken wie der Mona Lisa von Leonardo da Vinci jährlich rund neun Millionen Besucherinnen und Besucher anzieht.
Die vielfach kritisierte Museumsdirektorin Laurence des Cars wurde entlassen. Das französische Kulturministerium erklärte die Sicherheit von Museen zur Priorität. Ein im Juli vorgestellter Plan empfahl, besonders wertvolle Stücke vorerst aus den Vitrinen zu nehmen.
Im Sommer hatte es dennoch weitere Museumdiebstähle gegeben: Im zentralfranzösischen Châtillon-sur-Seine entwendeten Unbekannte eine 2500 Jahre alte Goldkette, und im ostfranzösischen Lalique de Wingen-sur-Moder wurden Schmuckstücke im Wert von 4,5 Millionen Euro gestohlen. Die derzeit hohen Goldpreise gelten als Motiv für diese Taten. Aus dem Rahmen geschnittene Gemälde sind allerdings deutlich schwieriger zu verkaufen.
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