Deutsche Springreiter nach 16 Jahren wieder Weltmeister
Machtdemonstration beim WM-Heimspiel: Die deutschen Springreiter haben sich in Aachen erstmals seit 16 Jahren wieder zum Weltmeister gekrönt. Nach insgesamt drei Wertungsrunden blieb die Mannschaft von Bundestrainer Otto Becker auch im großen Finale unter Flutlicht vor 40.000 Menschen die beste Mannschaft auf dem Parcours. Mit 4,48 Strafpunkten setzte sich das Team hochüberlegen und vorzeitig gegen die Nationen aus Belgien (11,69) und Großbritannien (12,98) durch.
"Ich bin total happy und stolz. Was die Truppe über die Tage gezeigt hat, war Werbung für den Springsport", schwärmte Coach Becker im WDR gemeinsam mit seinem Gold-Helden im Siegerinterview: "Man soll kein Eigenlob bringen, aber es war sowas von verdient, wie sie hier die Goldmedaille gewonnen haben. Hut ab!"
Routinier Marcus Ehning, der 2006 mit dem Team an selber Stelle noch Bronze gefeiert hatte und 2010 beim letzten WM-Gold dabei war, legte stark vor. Als sich Sophie Hinners nur einen Zeitfehlerpunkt leistete, war bereits klar, dass Daniel Deußer den Titel vorzeitig perfekt machen könnte. Er bleib ebenfalls perfekt, Europameister Richard Vogel ritt nur noch für die Show und verbuchte lediglich zwei Zeitfehler.
Alle vier qualifizierten sich dazu für den Showdown um den Einzeltitel, Deußer geht als geteilter Gesamtführender mit der besten Ausgangslage in die Medaillenentscheidung. Auch Ehning auf Platz vier und Hinners als Fünfte hegen Medaillenhoffnungen. Vogel hat als guter 14. noch die schlechteste Ausgangslage.
In der Soers endete eine lange Zeit des Wartens, den WM-Titel im Team gab es zuletzt 2010 bei den Weltreiterspielen im US-amerikanischen Lexington zu feiern. Im darauffolgenden Jahr folgte noch EM-Gold in Spanien - seither hatten die deutschen Reiter bei den größten Championaten stets die oberste Position auf dem Podium verpasst.
In die Pole Position hatte sich die Mannschaft vor der beeindruckenden Heimkulisse diesmal schon beim Zeitspringen am Mittwoch gebracht und diese Führung am Folgetag verteidigt. In der dritten Teilprüfung mussten im Aachener Hauptstadion, das die größte Reitsport-Bühne der Welt bietet, nur noch drei von vier Reitern fehlerfrei über die Ziellinie kommen - und Beckers Schützlinge behielten die Nerven, während die Konkurrenz reihenweise an Boden verlor. Ein Streichergebnis gibt es pro Tag.
Am Sonntag wird beim Finale der Heim-Wettkämpfe ein letzter Medaillensatz vergeben, die besten 25 Reiterpaare der ersten drei Tage dürfen für das Einzel-Finale (ab 14.20 Uhr) zurückkehren. Bis zum Titel stehen zwei weitere Umläufe auf dem Programm.
© 2008-2026 Sport-Informations-Dienst
Latest stories
Sports Havertz trifft: Arsenal mit souveränem Auftaktsieg
Kai Havertz hat mit dem FC Arsenal einen gelungenen Auftakt in die neue Premier-League-Saison gefeiert. Der deutsche Nationalspieler schoss beim 3:0 (2:0) gegen den Aufsteiger Coventry City das erste Tor (15.) und leitete den souveränen Erfolg damit ein. Beim Triumph im Community Shield gegen Manchester...
Sports Dank Pejcinovic: VfB souverän weiter
Angeführt von Dreierpacker Dzenan Pejcinovic hat der VfB Stuttgart die erste Hürde auf dem Weg zum dritten Endspiel in Serie genommen. Der Vorjahresfinalist setzte sich in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Fußball-Drittligisten Hansa Rostock mit 4:0 (2:0)...
Sports Turn-EM der Männer: Sahakyan Siebter an den Ringen
Der deutsche Meister Artur Sahakyan hat bei den Turn-Europameisterschaften in Zagreb Platz sieben an den Ringen belegt. Der 27-Jährige aus Bochum zeigte abgesehen von kleinen Wacklern eine gute Übung, blieb in seinem ersten großen Finale mit 13,900 Punkten aber unter seinem Wert aus der Qualifikation (14,100). Gold...