American Dreams: Das geschah in der deutschen Nacht
BUNDESTRAINER: Jürgen Klopp stand auf der Dachterrasse in New York, von der aus MagentaTV während der WM sendet - und sagte ein paar eindeutige Sätze zur Zukunft des deutschen Fußballs. Der wichtigste: "Das Timing ist auch jetzt nicht perfekt", weil noch ein Vertrag mit Red Bull besteht, aber "trotzdem ist es besser als es jemals war. Ich bin mittlerweile mehr als aufgetankt. Also ich bin bereit." Das heißt für den DFB aber auch: Er wird sich Klopp unterwerfen müssen. "Es werden", betonte der allem Anschein nach künftige Bundestrainer, "intensive Gespräche sein müssen, weil natürlich die Probleme, die wir aktuell haben, nicht an der Personalie Julian Nagelsmann hängen."
BOAH!: Was!Für!Ein!Spiel! Viel fehlte nicht, und Kap Verde hätte für die größte Sensation der WM-Geschichte gesorgt. 0:1 lag der krasse Außenseiter nach einem Treffer von Lionel Messi (29.) gegen Argentinien zurück. Alles klar, oder? Dachte sich wohl auch der Weltmeister - und verlor die Kontrolle gegen mutige und nie aufgebende Kapverdier. 1:1 nach einer Stunde (62.), Vozinha hält überragend - also: Verlängerung. Dann, 2:1 für Argentinien durch Lisandro Martinez, alles klar? Nein! Sidny Lopes Cabral, bis vor einem Jahr bei Viktoria Köln beschäftigt, gleicht erneut aus (103.), Traumtor! Am Ende verhindern ein Eigentor von Diney Borges (111.) und Argentiniens Torhüter Emilio Martínez die Vollblamage.
BYE BYE: Australien ist raus durch ein 2:4 im Elfmeterschießen gegen Ägypten - und damit die letzte von acht für die WM qualifizierten Mannschaften aus Asien. Von den zehn afrikanischen Mannschaft sind jetzt acht ausgeschieden. Marokko und Ägypten stehen im Achtelfinale.
BEACH: Kann man ja mal machen. Kurz vor dem Elfmeterschießen gegen Ägypten wechselte Australiens Nationaltrainer Tony Popovic die Torhüter: Pat Beach raus, Mat Ryan rein. "Wir hatten einfach das Gefühl, dass Mats Erfahrung den Unterschied ausmachen würde. Am Ende hat es nicht funktioniert, aber nicht wegen einer Fehlentscheidung von Mat oder mangelndem Können. Sie haben einfach sehr gute Elfmeter geschossen", sagte Popovic. Ein Novum war der Torhüter-Tausch nicht: Bei der WM 2014 hatte der damalige Bondscoach Louis van Gaal im Viertelfinale der Niederlande gegen Costa Rica in der 120. Minute Tim Krul für Jasper Cillessen eingewechselt - der Ersatzkeeper führte die Elftal mit zwei gehaltenen Elfmetern ins Halbfinale.
BEEINDRUCKT: Apropos Ägypten. Den "König" der "Pharaonen" brachte der Achtelfinal-Einzug zum Weinen und Schwärmen zugleich. "Mein Gefühl ist unbeschreiblich. Das war einer der besten Tage meines Lebens. Wir haben Geschichte geschrieben", sagte Mohamed Salah, der trotz einer Oberschenkelzerrung aus dem letzten Gruppenspiel 120 Minuten durchspielte und seinen Elfmeter mit einem lässigen Panenka verwandelte. "Ich habe versucht, mein Bestes zu geben und zu spielen, obwohl ich Schmerzen hatte", gab er zu.
BOLLWERK: Vier Spiele, erst ein Gegentreffer. Das Bollwerk der Kolumbianer hielt auch gegen Ghana. 1:0 gegen die "Black Stars" durch ein frühes Tor von Jhon Arias - das reichte zum Einzug ins Achtelfinale. Den einzigen Gegentreffer kassierten die "Cafeteros" um den erneut starken Luis Díaz gleich im ersten Spiel - gegen Usbekistan (3:1). Da schossen sie auch das einzige Mal bislang mehr als ein Tor.
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